Anti-Islam-Film: Jetzt will auch die Türkei den Zugang blocken

Der türkische EU-Minister Egemen Bağış hat signalisiert, dass nun auch die Türkei, im Zuge einer Direktive des türkischen Premierministers, den anti-islamischen Schmäh-Film „Die Unschuld der Muslime“ blockieren werde.

Wie Bağış am vergangenen Dienstag auf TRT Turk TV herausstellte, seien nach einer Anordnung durch Recep Tayyip Erdoğan nun die „technischen Arbeiten in vollem Gange, um den Zugriff auf den Anti-Islam-Film, der den Heiligen Propheten Muhammad beleidigt, zu blockieren“.

Die Veröffentlichung und Verbreitung des Schmäh-Streifens „Die Unschuld der Muslime“ hatte in den vergangenen zwei Wochen zu schweren Protesten und mittlerweile zu mehr als 50 Toten in der gesamten islamischen Welt geführt (ihren Anfang nahmen sie mit dem Tod von US-Botschafter Christopher Stevens in Benghasi – mehr hier). In Ägypten, im Libanon und im Jemen stürmten wütende Demonstranten US-Botschaften und Konsulate.

Töten eines Diplomaten sei „nicht akzeptabel“

Laut Bağış sei es extrem problematisch den Streifen tatsächlich als einen Film zu werten. Gleichzeitig verurteilte er auch die Art und Weise, wie die Proteste gegen das Video vielerorts stattgefunden hätten. Das, was sich da abgespielt hat, ist in den Augen des Politikers absolut „unrechtmäßig“ gewesen. Das Töten eines Diplomaten sei „nicht akzeptabel“. In der Türkei demonstrierten die Menschen ebenso wie in Deutschland friedlich.

Wann es tatsächlich zur Blockierung des Videos kommt, darüber machte der EU-Minister keine weiteren Angaben. Zu Sperren kam es bereits in Ägypten, Libyen, Pakistan und Bangladesch. Auch in Malaysia und Afghanistan ist der Streifen nicht mehr erreichbar. In Russland gibt es derzeit ähnliche Bestrebungen, während Deutschland dem Thema gespalten gegenübersteht (der Zentralrat der Muslime fordert ein Verbot – mehr hier)

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