Griechen in Not: Jetzt wird der Familienschmuck in der Türkei versetzt

Die griechischen Juweliere sind nicht mehr in der Lage, ihre Kunden bar zu bezahlen. In der Türkei werden Griechen dagegen für ihren Schmuck nicht nur sofort bezahlt, sie verkaufen auch zu einem höheren Preis. In der Krise brauchen viele das Geld dringend und suchen im Nachbarland um Hilfe.

Die anhaltende Krise zwingt viele Griechen dazu, die eigenen Besitztümer zu Geld zu machen. Derzeit nutzen viele einen Türkei-Besuch, um ihren Schmuck zu verkaufen, wie die Nachrichtenagentur Anatolia berichtet. Griechen ziehe es vor allem in die Türkei, weil sie hier sofort Bargeld ausgezahlt bekommen würden. Zudem werde in der Türkei ein besserer Preis gezahlt als in Griechenland.

Viele Griechen haben schon einen Großteil verkauft

In Griechenland sei das im Moment schwierig, so ein Juwelier in der Region Komotini unweit der türkischen Grenze. Da die Zahl der privaten Goldverkäufe steige, sei es den Händlern nicht mehr möglich, Barauszahlungen zu tätigen. Für die türkischen Juweliere dürfte diese Entwicklung eine Entlastung bedeuten, denn sie hatten aufgrund der Regierungsinitiative, das Gold der Bürger der Wirtschaft zukommen zu lassen, um ihr Geschäft gefürchtet (mehr dazu – hier).

Der Juwelier Tanju Kırcalı erklärte Anatolia, dass es bisher einen regen Schmuckhandel gegeben habe. Derzeit sei allerdings ein Rückgang zu verzeichnen. Er führt das darauf zurück, dass die meisten schon einen Großteil ihrer Besitzes verkauft hätten. Zudem spielten nun auch Pfandleiher, die es erst seit kurzem in steigender Zahl gäbe, eine Rolle bei die Veränderung.

Griechischer Zoll verstärkt seine Kontrollen

An der türkisch-griechischen Grenze haben sich die Berichte bestätigt. Es sei zu einer höheren Zahl an Fällen gekommen, bei denen die zugelassene Höchstmenge an Bargeld überschritten worden sei. Grenzbeamte stoßen demnach auf immer mehr Griechen, die mehr als 10.000 Euro in das Land einführen wollen. Der griechische Zoll reagiert nun ebenfalls und führt verstärkt Kontrollen durch.

Mehr zum Thema:

Griechenland: Finanzierungslücke von über 30 Milliarden Euro
Al Gore: Weltweiter Einfluss der Türkei wird zunehmen
Visafreiheit in der EU: Griechen wollen türkisches Anliegen unterstützen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.