Vier Millionen Dollar von der FAO: Syrische Flüchtlinge in der Türkei erhalten Geld für Lebensmittel

Der Ruf der türkischen Politik nach internationaler Hilfe wurde erhört. Die Vereinten Nationen haben entschieden, den syrischen Flüchtlingen in der Türkei mit insgesamt vier Millionen Dollar an Hilfsgeldern unter die Arme zu greifen. Verwendet werden soll die Unterstützung für Lebensmittel, die die Menschen über spezielle Karten beziehen können.

Die UN-Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation (FAO) hat beschlossen, vier Millionen Dollar an Nahrungsmittelhilfe für die rund 87.000 syrischen Flüchtlinge bereit zu stellen, die derzeit in den Camps von Hatay, Kilis, Gaziantep und Şanlıurfa untergebracht sind. Das berichtet die türkische Zeitung Sabah.

Lebensmittelkarten werden monatlich aufgeladen

Wie Ahmet Lütfi Akar, Präsident des Türkischen Roten Halbmonds, gegenüber dem Medium erläutert, werde die Hilfe der FAO über so genannte „Roter Halbmond“-Karten erfolgen, die an alle Bewohner der türkischen Flüchtlingslager ausgegeben würden. Künftig sollen diese Karten dann monatlich mit einem bestimmten Betrag aufgeladen werden, der dann in bestimmten Läden eingesetzt werden könnte (im Gespräch mit den Deutsch Türkischen Nachrichten forderte der türkische Botschafter in Berlin, Hüseyin Avni Karslıoğlu, mehr Engagement von Deutschland in der Syrienfrage – mehr hier).

Bei den Hilfsgeldern der FAO handelt es sich um die bisher größte Einzelunterstützung für syrische Flüchtlinge in der Türkei von Seiten der internationalen Gemeinschaft. Allein im vergangenen Jahr hat die Türkei geschätzte 400 Millionen Lira für die Flüchtlinge ausgegeben (auf der anderen Seite hat Abdelbaset Sieda, Vorsitzender des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC), im Rahmen eines Treffens von mehr als 50 Staatsvertretern in Berlin einen „Marshall Plan“ für Syrien gefordert – mehr hier).

Davutoğlu: Weltgemeinschaft ist in der Pflicht

Bereits Ende August wurde das Drängen der Türkei in Richtung UN immer lauter, das Land bei der Versorung der syrischen Flüchtlinge zu unterstützen. Nach Ansicht des türkischen Außenministers Ahmet Davutoğlu sei die Weltgemeinschaft in der Pflicht, den Nachbarstaaten des krisengeschüttelten Syriens bei der Versorung der in Massen hereinströmenden Flüchtlinge unter die Arme zu greifen. Darauf wies der Politiker kurz vor seiner Abreise zur nächsten Zusammenkunft des UN-Sicherheitsrates am 30. August hin. Im Rahmen dessen forderte die Türkei auch eine international bewachte „Sicherheitszone“ innerhalb Syriens (kurzzeitig mussten die Hilfesuchenden sogar an der türkisch-syrischen Grenze aufgehalten werden, weil die Kapazitätsgrenzen erreicht waren – mehr hier).

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