Gerichtliche Anordnung: Türkei blockiert „Die Unschuld der Muslime“

Der Ankündigung des türkischen EU-Minister Egemen Bağış folgen nun Taten eine Gerichts in Ankara. Dieses hat nun beschlossen, den anti-islamischem Schmäh-Film „Die Unschuld der Muslime“ zu blockieren. Jetzt liegt es am Ministerium für Kommunikation entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Die teils schweren Auseinandersetzungen mit mehr als 50 Toten in der islamischem Welt um den US-amerikanischen Amateurstreifen haben nun auch die Türkei zur Zensur greifen lassen (die Proteste in der Türkei waren bisher friedlich verlaufen – mehr hier).

Schmäh-Film nicht durch Meinungsfreiheit gedeckt

Die Chef-Staatsanwaltschaft in Ankara hatte vor kurzem ein entsprechendes Gesuch beim 13. Strafgerichtshof eingereicht. Darin wurde deutlich gemacht, dass das Machwerk „Die Unschuld der Muslime“ ihrer Ansicht nach nicht durch das Gebot der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Am vergangenen Mittwoch gab das zuständige Gericht jetzt den Auftrag, den Zugang zum Film zu unterbinden, da es sich hierbei ganz klar um eine Bedrohung für Frieden und Stabilität handeln würde.

Zuvor hatte es, so Egemen Bağış, eine Direktive direkt durch Premier Recep Tayyip Erdoğan gegeben, Wege zu finden, den Zugriff auf das Video zu verhindern (der Politiker verurteilte auch die Art und Weise, wie gegen den Film protestiert wurde – mehr hier). Jetzt, so heißt es in den türkischen Medien, werde erwartet, dass das türkische Ministerium für Kommunikation entsprechende Maßnahmen ergreifen werde.

Ägyptische Zeitung veröffentlicht Gegen-Kariakturen

Unterdessen hat die ägyptische Zeitung „Al Watan“ einen anderen, friedlichen Weg gefunden, gegen Verunglimpfungen des Westens durch den Schmäh-Film sowie neuerliche Karikaturen der französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zu protestieren. Die Redaktion kontert derzeit mit 13 Karikaturen zu Lasten des Westens. Das, was sich bisher auf den Straßen islamischer Länder abgespielt hat, sei nach Ansicht der Ägypter nicht die richtige Antwort, um auf Beleidigungen des Islams zu reagieren. Derweil könnte neues Unheil aus Hollywood drohen. Wie die „Los Angeles Times“ berichtet, seien sogar zwei weitere Filme geplant, die den Propheten Mohammed zeigen. Noch hätten die Dreharbeiten allerdings nicht einmal begonnen.

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