Proteste: Tausende Türken demonstrieren gegen neues Tierschutzgesetz

Gegen einen aktuellen Gesetzesentwurf wurde am vergangenen Wochenende in vielen Städten der Türkei demonstriert. Wie schon zuvor in der Geschichte der Türkei drohe den Straßentieren durch das Gesetz ein schlimmes Ende, befürchten Tierschützer. Diese sollen aus den Städten in abgelegene Waldgebiete oder eigens eingerichtete Parks gebracht werden.

Tausende Menschen gingen in der Türkei am Sonntag auf die Straße, um gegen das geplante Tierschutzgesetz Nr. 5199 zu protestieren. Allein auf dem zentralen Taksim-Platz kamen 10.000 Menschen zusammen. In 13 anderen Städten wurde ebenfalls demonstriert. Das Gesetz müsse unbedingt überarbeitet werden, bevor es in Kraft trete, forderten die Bürger.

Bünyamin Salman, Mitglied der türkischen Tierschutzpartei (die erste Partei dieser Art – mehr dazu hier) erklärte, der Gesetzesentwurf erinnere an einen der Revolutionsregierung des Komitees für Einheit und Fortschritt Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals wurden streunende Hunde aufgesammelt und auf einer einsamen Insel im Marmarameer zum Verhungern ausgesetzt.

Zucht und Verkauf von Haustieren sollen mit dem Gesetz stärker eingeschränkt und an Auflagen geknüpft werden. Zudem sollen – worauf sich die Proteste in erster Linie beziehen – streundende Tiere in eigens dafür eingerichteten Parks in Waldgebieten angesiedelt werden. Für Tiere, die bisher nur in der Stadt gelebt hätten, sei das ein Todesurteil, kritisieren die Tierschützer. Bisher habe man in der Türkei außerdem keine guten Erfahrungen mit Tierparks oder Rehabilitations-Zentren für Tiere gemacht.

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