Deeskalationsversuch: Syrien entschuldigt sich – Türkei will keinen Krieg

Syrien hat sich nach Angaben des türkischen Vize-Premiers Atalay bei der Türkei entschuldigt. Die Situation scheint sich allmählich zu entschärfen. Die Türkei betont gleichzeitig, keinen Syrien-Einsatz zu wollen. Die Entscheidung des Parlaments sei nur zur Abschreckung gewesen. Eine offizielle Entschuldigung Syriens bleibt jedoch weiterhin aus.

„Die syrische Seite hat eingestanden, was sie getan hat, und sich dafür entschuldigt“, erklärte der türkische Vize-Premier Besir Atalay. Syrien habe versichtert, dass so etwas nicht noch einmal geschehen werde. Um einen Einzelfall handelte es sich bei dem Vorfall von Mittwoch (mehr dazu hier) allerdings nicht. Schon zuvor wurden bei Gefechten mit Rebellen an der Grenze zur Türkei Menschen auf türkischem Boden verletzt. Zu einer offiziellen Entschuldigung ist es jedoch bisher nicht gekommen.

Türkei sieht von einer militärischen Intervention ab

Das türkische Parlament hat nun auch einen möglichen Syrien-Einsatz gebilligt. Von einer militärischen Intervention sehe die Regierung allerdings trotzdem ab (Auslandseinsätze bis zu einem Jahr werden dadurch möglich – mehr hier). Es handele sich nicht um ein „Kriegs-Mandat“, so Atalay. Atalay ging nicht auf Details der Entschuldigung ein. Auch mit wem er gesprochen hat, sagt er nicht.

Die Regierung scheint jedoch auch von den Vorfällen der Vergangenheit gelernt zu haben. Statt wie zuvor harte Drohungen auszusprechen, reagierte man am Mittwoch durchdachter. Unterdessen riskiert Premier Erdogan aufgrund der zahlreichen ausgesprochenen Drohungen seine Glaubwürdigkeit zu verlieren. Er hatte wiederholt mit einer Intervention gedroht, sollte es zu Übergriffen an der Grenze kommen. Bereits im vergangenen Juni stand die Situation kurz vor einer Eskalation, nachdem ein türkischer Jet von Syrien abgeschossen wurde.

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