Trotz Spannungen: Türkei versorgt Syrien weiter mit Strom

Die jüngsten Spannungen an der türkisch-syrischen Grenze haben offenbar keine Auswirkungen auf die Stromversorgung des gebeutelten Nachbarlandes. Wie der türkische Energieminister Taner Yıldız zusicherte, werde diese von Seiten der Türkei nicht eingestellt.

Die Türkei wird seine Stromlieferungen an das benachbarte Syrien nicht unterbrechen, das gab der türkische Energieminister Taner Yıldız am Rande des Internationalen Energiekongresses EIF in Ankara bekannt.

Seiner Einschätzung nach sei es auch unwahrscheinlich, dass auf Grund der jüngsten Spannungen, die fünf türkische Zivilisten am vergangenen Mittwoch das Leben kosteten (das türkische Parlament hat am Donnerstag einen Syrien-Einsatz genehmigt – mehr hier), die Strom-und Erdgaspreise ansteigen würden. „So etwas erwarten wir nicht. Wir wissen, dass Syrien kein großer Öl-und Erdgas-Produzent ist und dass der türkische Energieverbrauch überproportional zu den Energiezahlen des Landes liegt.“

Taner Yıldız glaubt nicht an einen Krieg mit Syrien

Die Stromübertragungen nach Syrien, so sicherte der Minister zu, würden weiterlaufen. „Über mögliche Sanktionen wird in Anbetracht des syrischen Volkes, der unschuldigen Menschen dort, nicht gesprochen“, macht Yıldız deutlich. Gleichzeitig stellte er heraus, dass er nicht davon ausgehe, dass die derzeitige Situation in einen Krieg münden werde (es war das erste Mal, dass türkische Zivilisten durch syrische Granaten ums Leben kamen – mehr hier).

Bezüglich der Beziehungen zwischen der Türkei und dem Irak erklärte Yıldız, dass man den Bedürfnissen an Erdöl-Produkten im eigenen Land nicht gleichgültig gegenüberstehen könne. Der Energiesektor, so der Minister, sei nicht in die gelegentlich gespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern verwickelt, die sich auf Grund anderer Themen ergeben würden.

Irak braucht Busse, Krankenwägen und Schulen

Im Rahmen der EIF meldete sich auch Ashti Hawrami, Energieminister der Kurdischen Regionalregierung (KRG), zu Wort. Er versicherte, dass seine Regierung schnellstmöglich ein echter Partner der Türkei in Sachen Energieversorgung werden wolle. „Wir benötigen Schulen, Busse und Krankenwägen. Wir brauchen im Augenblick keine Panzer und Sprengstoff. Wir brauchen wichtigere Dinge. Wir müssen unser Geld für den Wiederaufbau aufwenden. Wir müssen einen neuen Irak gestalten, ein Land in Frieden“, so Hawrami entschieden (erst kürzlich erklärte der Irak, dass man ausländische Militärpräsenzen im Land beenden wolle – mehr hier).

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