Olympia 2020: Briten wollen in türkische Stadien investieren

Das Olympische Feuer in London ist kaum erloschen, da schauen sich britische Firmen offenbar schon nach den nächsten Investitionsmöglichkeiten um. Istanbuls Chancen auf den Zuschlag für die Spiele 2020 sind derzeit so groß wie nie. Und genau hier wollen die Unternehmen ordentlich mitmischen.

Wie der türkische Journalist Ali Kayalar berichtet, gäbe es derzeit wohl eine Reihe von britischen Firmen, die am Bau von olympischen Anlagen und Stadien in der Millionenmetropole am Bosporus interessiert seien. Repräsentanten der Unternehmen hätten den stellvertretenden britischen Premierminister Nick Clegg bereits auf eine Türkeivisite begleitet. Und die Chancen nun willige Partner im Ausland zu finden, stünden nach den positiven Erfahrungen der Spiele von London gar nicht so schlecht.

Türkei profitiert langfristig von Knowhow-Transfer

Mit dem entsprechenden Ausschuss, so berichtet etwa John Barrow, Seniorchef von Populus, einem Unternehmen, das sich auf Sportarchitektur spezialisiert hat und schon an den vergangenen zehn Olympischen Spielen beteiligt war, habe man bereits gesprochen. Ohnehin wäre es nicht die erste britisch-türkische Zusammenarbeit. Durch die Zusammenarbeit mit türkischen Unternehmen wie Polimeks und Sembol, die man bereits bei einem Projekt in Kasachstan kennen gelernt habe, könne man weiteres Knowhow austauschen. Und davon, so Barrow, könne die Türkei nicht nur im Zuge ihrer Olympischen Spiele, sondern auch lange danach profitieren. Istanbul, so die Einschätzung des britischen Unternehmers, hätte derzeit jedenfalls die besten Chancen, den Zuschlag für 2020 zu erhalten (diese Sicht teilt er mit Uğur Erdener, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Türkei (TMOK) – mehr hier).

Olympische Bauten müssen nachhaltig sein

Nach den Erfahrungen von London, erläutert der Fachmann weiter, gebe es insgesamt drei Kriterien, die für den Bau von künftigen Sportstätten ausschlaggebend wären. Die Einrichtungen müssen preisgünstig, leicht und finanziell nachhaltig gestaltet sein. Genau das habe man in Stadt an der Themse bereits umsetzen können. In Sydney sei das noch anders gewesen. Da habe man den Fehler gemacht und den Olympiapark im Nachhinein nicht belebt. Hexenwerk sei eine solche Lösung das natürlich nicht, aber genau das funktioniere. Ebenso wichtig erachtet er in diesem Zusammenhang die Teilhabe regionaler Partner an den Projekten.

Auch Peter Budd von Arup, ein anderer Auftragnehmer der seit mehr als 20 Jahren in der Türkei aktiv ist, unterstreicht gegenüber Ali Kayalar die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit. Arup, der Erbauer des Olympia-Komplexes in Turkmenistan, war auch für den Bau des Aqua-Parks der Olympischen Spielen 2012 verantwortlich. Dieser sei zum Beispiel so gestaltet, dass die Anzahl der Sitzplätze nach dem Megaspektakel ohne Weiteres reduziert werden können (ginge es nach der Türkei, würde das Land 2020 auch noch die EM stemmen – mehr hier).

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