Syrien-Konflikt: Türkei verstärkt Marine-Truppen im Mittelmeer

Türkische Kriegsschiffe sind schwer bewaffnet in See gestochen, um ihre Präsenz im Mittelmeer zu zeigen. Eine Entschuldigung hatte die Situation eigentlich bereits entschärft. Doch diese habe es nicht gegeben, erklärt Syrien nun.

Die Türkei verstärkt nicht nur ihre Truppenpräsenz an der Grenze zu Syrien. Auch im Mittelmeer wird die Marine aufgestockt. Mehrere kriegschiffe seien an der Küste der nordwestlichen Provinz Gölcük in See gestochen, berichten derzeit türkische Medien. In Gölcük befindet sich die Basis der türkischen Seestreitkräfte.

Wie die „Hürriyet“ berichtet, sollen die Schiffe stark bewaffnet sein. Offenbar versucht die Türkei nach den jüngsten Entwicklungen Dominanz zu beweisen (eine syrische Granate hatte fünf Menschen auf türkischen Boden das Leben gekostet – mehr hier). Nach einer Entschuldigung sah es eigentlich so aus, als hätte sich die Situation entschärft (mehr hier).

Doch Syrien hat sich nicht schriftlich bei der Türkei für den Granatenbeschuss am vergangenen Mittwoch entschuldigt. Das teilte der syrische Botschafter im UN-Sicherheitsrat, Bashar Jaafari, mit. Zuvor hatte der türkische Vize-Premier Besir Atalay Gegenteiliges verlauten lassen.

„Die syrische Regierung“,  so erklärte Bashar Jaafari gegenüber der libanesischen Zeitung „El Nashra“, „arbeitet gerade an einer Untersuchung des Vorfalls und nicht an einer Entschuldigung.“ Erst am vergangenen Donnerstag hatte der türkische Vize-Premier Besir Atalay etwas ganz anderes mitgeteilt: „Die syrische Seite hat eingestanden, was sie getan hat, und sich dafür entschuldigt.“ Syrien, so fuhr er fort, habe versichtert, dass so etwas nicht noch einmal geschehen werde (gleichzeitig erklärte die Türkei, keinen Krieg mit Syrien anzustreben – mehr hier).

Ganz anders klingt das nun bei Jaafari, der weiter hervorhebt: „Wir haben ein Jahr und acht Monate auf die Entschuldigung der türkischen Regierung für ihre Taten in Syrien gewartet. Dass nun eine türkische Frau und ihre drei Kinder, mit der wir sympathisieren, weil sie eine unschuldige türkische Bürgerin war, getötet wurden, ist eine tragische Entwicklung.“

Bisher, so fährt er fort, sei nicht bekannt, wer die fraglichen Granaten am vergangenen Mittwoch in Richtung der türkischen Ortschaft abgefeuert habe. Doch, „in der Region gibt es viele Gruppen, die an der Schaffung eines Konflikts zwischen Syrien und der Türkei interessiert sind.“

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