Teuerster Sprit der Welt: Türkei soll ins Guinness Buch der Rekorde

Die dramatische Preisentwicklung an den türkischen Zapfsäulen treibt mittlerweile auch ungewöhnliche Blüten. Ein türkischer Bürger ist der Meinung, das Ganze sei definitiv ein Fall für das Guiness Buch der Rekorde.

Die Zapfsäulen vereinsamen: Für viele türkische Autofahrer sind die aktuellen Benzinpreise unerschwinglich. (Foto:  Caza_No_7/flickr)

Die Zapfsäulen vereinsamen: Für viele türkische Autofahrer sind die aktuellen Benzinpreise unerschwinglich. (Foto: Caza_No_7/flickr)

„Wir konsumieren derzeit das weltweit teuerste Benzin. Unsere Preise sind mittlerweile höher als die im reichen Norwegen. Ich habe gerade meine Bewerbung abgeschlossen. Nun ist es besser, das Ergebnis abzuwarten, bevor man weiter darüber spricht“, erklärt der Antragssteller Ömer Faruk Sönmez gegenüber der türkischen Zeitung Radikal (zuletzt fielen türkische Bürger durch skurrile Rekordversuche auf – mehr hier).

Türkische Autos bleiben stehen

In der Tat ist das, was sich da an türkischen Tankstellen abspielt, für die meisten Bürger des Landes im Augenblick nicht nur rekordverdächtig, sondern schlicht mehr tragbar. Ein Liter Kraftstoff kostet in der Türkei im Augenblick 4,83 türkische Lira, umgerechnet 2,05 Euro, während ein Liter Diesel mit 4,36 Lira, also 1,85 Euro, nur geringfügig weniger auf den Geldbeutel drückt (Die türkische Regierung versucht mit den Preisaufschlägen, das Haushaltsdefizit des Landes zu senken – mehr hier). Ob der Antrag von Sönmez, der sich eigentlich nur auf ein temporäres Preisbild beziehen kann, tatsächlich Erfolg hat, bleibt jedoch abzuwarten.

Zugespitzt hatte sich die Situation am vergangenen Wochenende, als die türkische Regierung erneut an der Preisschraube drehte. Seither zahlen die Türken den höchsten Benzinpreis der Welt. Die Folge: Immer öfter lassen türkische Autobesitzer ihre Fahrzeuge stehen.

Spritpreise in Deutschland: ADAC verurteilt Abzocke

Auch in Deutschland ist derzeit keine Entspannung an den Zapfsäulen zu verzeichnen. Insgesamt, so gab der ADAC kürzlich bekannt, läge man schon jetzt über dem gesamten Vorjahresschnitt. Alles in allem könnte 2012 zum teuersten Tankjahr aller Zeiten werden. Demnach habe man für den Liter Super E10 von Januar bis September durchschnittlich 1,610 Euro zahlen müssen. 8,8 Cent weniger, nämlich 1,522 Euro waren es noch 2011. Der September in Gänze galt als der bisher teuerste Tankmonat überhaupt. Gerechtfertigt, so der Automobilclub, seien die Preise zu keinem Zeitpunkt gewesen. Vielmehr hätten es die Mineralölkonzerne verstanden, trotz der insgesamt günstigen Ölpreisentwicklung und des wieder erstarkten Euros den Autofahrern besonders tief in die Tasche zu greifen.

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