Trotz Preisexplosion: Türken verzichten nicht aufs Auto

Extrem hohe Benzinpreise führen normalerweise dazu, das vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen wird. Die höchsten Spritpreise weltweit kann derzeit die Türkei vorweisen. In Istanbul führt das allerdings nicht dazu, dass das Auto stehen gelassen wird.

„Ich würde lieber die U-Bahn oder einen Bus nehmen als den ganzen Tag im Verkehr festzustecken. Aber das würde heißen, dass ich von zu Hause aus erst in einen Bus steigen müsste, dann in einen Metrobus und anschließen müsste ich noch die U-Bahn nehmen, um zu meinem Arbeitsplatz in Levent zu gelangen“, erklärt der Pendler Ömer Gümüş die problematische Situation. In der Metropole sind Arbeitsplatz und Wohnung oft weit entfernt. Die Infrastruktur ist nicht ausreichend ausgebaut, um verlässliche Arbeitswege zu garantieren. „Istanbul ist einfach zu groß. Man braucht ein Auto“, sagt Gümüş im Gespräch mit der Tageszeitung Zaman. Deshalb werden auch die hohen Ausgaben für Benzin in Kauf genommen (der Literpreis liegt derzeit bei über zwei Euro – mehr hier).

„Benzinpreise haben keinen Effekt darauf, dass die Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen“, meint auch Hayrı Dağlı von der Istanbuler Entwicklungs Agentur der Euopäischen Kommission (ISTKA). Busse und Bahnen seien viel zu überfüllt. Das Problem sei, dass die einzelnen Routen nicht ausreichen miteinander vernetzt seien, so Dağlı. Es werde noch Jahre dauern, bis Bus- und Bahnlinien so gut geplant seien, dass sie eine wirkliche Alternative darstellen.

Mehr zum Thema:

Teuerster Sprit der Welt: Türkei soll ins Guinness Buch der Rekorde
Verschwendungssucht: AKP-Abgeordnete verursacht horrende Spritrechnungen
Autofahren zu teuer: Griechen steigen auf Fahrräder um

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.