Türkischer Außenminister: Bashar al-Assad könnte durch Vize-Präsident Farouk Al-Shara ersetzt werden

Während es am vergangenen Sonntag bereits den fünften Tag in Folge zu Gefechten an der türkisch-syrischen Grenze kam, denkt der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu derzeit offenbar schon intensiv über die Zeit nach Machthaber Bashar al-Assad nach. Seiner Ansicht nach sollte dieser durch seinen Vize-Präsident Farouk Al-Shara ersetzt werden. In den Augen von Davutoğlu „ein Mann der Vernunft“.

Inmitten der anhaltenden Spannungen an der türkisch-syrischen Grenze (nach einem Granatenwurf griff das türkische Militär ein syrisches Munitionsdepot an – mehr hier) kommt der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu am vergangenen Wochenende mit einem diplomatischen Vorschlag an, der die seit März 2011 immer verheerender werdende Situation im kriegszerrissenen Syrien verbessern könnte. Wie er in einem Interview mit dem türkischen Fernsehsender TRT erläuterte, bedürfe es nun einer Übergangsregierung unter dem aktuellen Vize-Präsident Farouk Al-Shara. Das berichtet das Nachrichtenportal „Day Press“. (erst am vergangenen Freitag warnte der türkische Premier, dass ein Krieg nicht fern wäre – mehr hier)

Al-Shara wird von der syrischen Opposition akzeptiert

Davutoğlu soll Al-Shara als „vernünftigen Mann“ bezeichnet haben, der „sich nicht an den Massakern in Syrien beteiligt“. Der türkische Außenminister sei überzeugt, dass sich der syrische Vizepräsident noch in Syrien aufhalte. Darüber hinaus machte er deutlich, dass seiner Ansicht nach die syrische Opposition durchaus „geneigt“ sei, Al-Shara als das zukünftige Oberhaupt der syrischen Verwaltung zu akzeptieren. „Niemand“, so zitiert das Blatt Davutoğlu weiter, „kennt das System besser als er.“

Farouk Al-Shara war 15 Jahre als syrischer Außenminister tätig, bevor er im Jahr 2006 zum Vize-Präsident ernannt wurde. Medienberichte, dass er bereits im August übergelaufen sei, wurden von Damaskus dementiert. Von Seiten einiger Oppositionsführer, so „Day Press“, werde jedoch behauptet, dass er wohl unter Hausarrest stehe. Der heute 74-Jährige ist bereits seit gut 40 Jahren politisch aktiv. Während dieser Zeit war er nicht nur Außenminister und nun Vize-Präsident, sondern auch an vielen erfolglosen Bemühungen beteiligt, diplomatische Abkommen zwischen Syrien und Israel auszuhandeln.

„5+5“-Gipfelkonferenz fordert Machtwechsel in Syrien

Zum Abschluss ihrer zweitätigen „5+5“-Gipfelkonferenz in Malta hatten am vergangenen Wochenende nun auch zehn europäische und afrikanische Mittelmeerstaaten einen Regimewechsel in Syrien gefordert. In ihrer Abschlusserklärung wurde das dort seit 19 Monaten stattfindende Blutvergießen scharf verurteilt. Die derzeitige Situation, so die Unterzeichner, sei nicht länger hinnehmbar. In der Gruppe sind die nordafrikanischen Länder Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien und Tunesien sowie von europäischer Seite Spanien, Frankreich, Italien, Malta und Portugal vereint.

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