Gemeinsame Marineübung im östlichen Mittelmeer: Türkei und Ägypten stärken ihre Beziehungen

Die türkische und die ägyptische Marine werden noch bis zum 14. Oktober eine gemeinsame Übung im östlichen Mittelmeer abhalten. Das Manöver unter dem Namen „Bahr al-Sadaka“ wird von Ägypten ausgerichtet. Die türkischen Seestreitkräfte beteiligen sich mit zwei Fregatten, zwei schnellen Sturmbooten, einem Versorungstanker, zwei Landungsschiffen, einer Einheit der Marineinfanterie, zwei Hubschraubern und einem Team der Spezialeinheiten. Eine derartige Übung fand bereits im vergangenen Jahr statt.

Die aktuelle Übung, so heißt es auf den Seiten der türkischen Tageszeitung Hürriyet, ziele darauf ab, die gegenseitige Zusammenarbeit und Interoperabilität zwischen den beiden Marinen weiter voranzutreiben. Begonnen wurde das Manöver nur einen Tag, nachdem Ägyptens neuer Präsident Mohammed Mursi am 6. Oktober seine ersten 100 Tage im Amt in einer Bilanz im größten Sportstadion von Kairo vor Tausenden Menschen in einer fast zweistündigen Rede verteidigt hat.

Präsident Mursi zieht positive 100-Tage-Bilanz

„Diese Nation, diese Menschen, diese Armee, die gesellschaftlichen Kräfte, der Präsident, die Kinder Ägyptens – wir alle bewegen uns auf ein Ziel zu: ein neues Ägypten“, so Mursi zu seinen Landsleuten im Stadion und an den TV-Geräten. Gleichzeitig räumte der erste zivile Präsident Ägyptens ein, dass bislang noch nicht alle Zusagen erfüllt seien und noch viel Arbeit vor dem Land lägen. Kritiker werfen ihm derzeit vor, dass er seit seinem Amtsantritt im vergangenen Juni so gut wie nichts erreicht und zu wenige Wahlversprechen eingelöst hätte. In punkto Müllproblem, Verkehr und Energiekrise gestand der Muslimbruder Mursi das auch ein, verwies aber gleichzeitig auf erste Verbesserungen der Verkehrslage in Kairo und Erfolge im Kampf gegen die Korruption.

Nach eigener Einschätzung habe er derzeit 70 Prozent seiner Ziele erreicht (die ägyptische Jugend überwacht den Präsidenten mit einem eigens gegründeten Portal – mehr hier). Ende August beantragte das Land beim Internationalen Währungsfond (IWF) Hilfen in Milliardenhöhe, um die Wirtschaft nach dem Umsturz und in Folge der ausbleibenen Touristeströme wieder nach vorne zu bringen. Insgesamt ging es um eine Kreditsumme von 4,8 Milliarden Dollar, umgerechnet gut 3,8 Milliarden Euro.

Türkei gewährt Ägypten Kredit

Wie erst in der vergangenen Woche bekannt wurde, will auch die Türkei die ägyptische Regierung mit einem Kredit über eine Milliarde Dollar unterstützen. Angestrebt ist eine Verdreifachung des Handelsvolumens auf zehn Milliarden Dollar (Darüber hinaus soll ein Finanzierungsrahmen von ebenfalls einer Milliarde US-Dollar von der türkischen Eximbank vorbereitet werden – mehr hier).

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