Vor Merkel-Besuch: Athen wird zur Festung

Am Dienstag kommt Angela Merkel zu ihrem ersten Besuch nach Ausbruch der Krise nach Griechenland. Aber die Stimmung ist angespannt, Massenproteste sind angekündigt und es wird mit Ausschreitungen gerechnet. 7.000 Polizisten aus ganz Griechenland werden extra für diesen Staatsbesuch nach Athen gebracht.

Einerseits ist es ganz sinnvoll, wenn sich Angela Merkel einmal vor Ort anschaut, inwiefern die ihre gepriesene Sparpolitik auf das Leben der Griechen Einfluss nimmt, andererseits ist gerade jetzt die Stimmung ihr gegenüber nicht überall mit Freude beladen: Noch immer versucht die griechische Regierung, einige Lockerungen bei der Umsetzung des Sparprogramms zu erhalten, und vor allem Deutschland bremste diese Bestrebungen bisher. Nichtsdestotrotz besucht Angela Merkel am Dienstag Athen, um sich dort unter anderem mit Antonis Samaras zu Gesprächen zu treffen (mehr hier).

Aufgrund der angespannten Stimmung wurden nun für Angela Merkels Besuch die Sicherheitsvorkehrungen massiv aufgestockt. Massenproteste und Unruhen werden erwartet (hier). Wie die griechische Zeitung Kathimerini berichtet, werden 7.000 Polizist aus allen Teilen des Landes am Dienstag in Athen zusammengezogen. Neben Angela Merkel selbst sollen auch deutsche Einrichtungen wie die Botschaft und das Goethe Institut geschützt werden.

Unterdessen haben sich einige Oppositions-Politiker zu Wort gemeldet, um der Bundeskanzlerin noch ein paar Tipps zu geben. So warnte der Europarlamentspräsident Martin Schulz (SPD) sie davor, nicht als „reicher Onkel“ aufzutreten, so die dpa. Jürgen Trittin hingegen forderte von Angela Merkel in der Welt am Sonntag, den Griechen deutlich zu machen, „dass sie auf dem harten, vor ihnen liegenden Weg auf die europäische Solidarität zählen können“. Anders der stellvertretende Unionsfraktionschef Michael Fuchs. „Sie muss dort Tacheles reden und der griechischen Regierung die Optionen klarmachen“, sagte er Reuters.

Mehr hier:

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