Wahlkampf-Skandal in Belgien: Vizeministerpräsident Walloniens wirbt mit PKK Flaggen

Der belgische Vizeministerpräsident Walloniens, Jean-Claude Marcourt, hat in seiner Heimat offenbar für einen waschechten Skandal gesorgt. Um Wählerstimmen zu gewinnen, soll sich der Politiker kürzlich mit PKK- und KCK-Fahnen sowie einem Porträt des inhaftierten PKK-Führers Öcalan im Hintergrund gezeigt haben.

Wie die türkische Zeitung Sabah derzeit berichtet, habe sich der belgische Vizeministerpräsident Walloniens, Jean-Claude Marcourt, wohl einen derartigen Faux pas geleistet, dass das Blatt die Beziehungen zwischen Belgien und der Türkei als gefährdet betrachtet. Die Redaktion zeigt derzeit ein stark verpixeltes Foto, auf dem vermeintlich Marcourt an einem Tisch sitzend, deutlich im Hintergrund allerdings ein Bild von PKK-Führer Abdullah Öcalan sowie PKK- und KCK-Flaggen zu sehen sind. Geschossen wurde das Foto nach Angaben des Mediums bei einem Kurdischen Kulturverein in Lüttich (in Mannheim kam es Anfang September zu Ausschreitungen am Rande eines kurdischen Kulturfestivals – mehr hier).

Nach der Redaktion vorliegenden Informationen soll sich Marcourt im Rahmen seines Wahlkampfes in Lüttich und Verviers mit Mitgliedern des europäischen Flügels der Terrororganisation PKK getroffen haben. Bereits am kommenden Sonntag, den 14. Oktober, finden in Belgien Gemeinde- und Provinzwahlen statt (erst vor kurzem wurde erneut eine türkische Abgeordnete wegen ihrer PKK-Mitgliedschaft zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt – mehr hier).

Im Zuge dessen, so heißt es in dem entsprechenden Artikel, habe der Politiker auch einen kurdischen Kulturverein in Lüttich besucht und sich dort zu Gesprächen mit Direktor Kadri Kızar sowie weiteren sozialistischen Parteikandidaten getroffen. Währenddessen soll er seine Besorgnis über die bevorstehenden Wahlen geäußert und dafür geworben haben, die sozialistische Partei zu wählen.

Anhänger der liberalen Partei Mouvement Réformateur (MR) sowie türkische Bürgerinnen und Bürger in Lüttich sollen über Jean-Claude Marcourts Pose vor derartigen Terror-Insignien alles andere als erfreut gewesen sein. Mittlerweile soll es nicht nur von Seiten der Lokalpolitik missfallende Äußerungen gegeben haben. Auch die türkische Bevölkerung habe offenbar dagegen protestiert, dass Marcourt eine Organisation besuche, die Verbindungen zu einer Terrororganisation unterhalte.

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