Drama um pakistanische Menschenrechtsaktivistin: Attentäter schießen Malala Yousafzai in den Kopf

Es geschah auf offener Straße: Bisher unbekannte Täter haben die erst 14-jährige Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg gezielt in den Kopf geschossen. Die junge pakistanische Menschenrechtsaktivistin und ausgewiesene Taliban-Gegnerin hat überlebt. Der Schock sitzt dennoch tief.

Der grauenhafte Angriff auf den international bekannten Teenager ereignete sich an diesem Dienstag im Swat-Tal, im Nordwesten Pakistans. Malala Yousafzai befand sich ausgerechnet auf dem Heimweg vom Unterricht, als der Kleinbus, in dem sich die Kämpferin für Mädchenbildung in Pakistan befand, attackiert wurde. Das Mädchen, so heißt es, habe schwer verletzt überlebt. Eine weitere Insassin des Fahrzeugs erlitt ebenfalls Verletzungen. Zu Zahl, Aussehen, Vorgehen und Intention der Schützen gibt es derzeit allerdings unterschiedliche Angaben. Ein Bekennerschreiben oder ähnliches liegt nicht vor (die Türkei will derzeit ihre Anti-Terror-Strategie nicht ändern – mehr hier).

Nach Angaben der Ärzte soll Yousafzai mittlerweile außer Lebensgefahr sein. Die Kugel habe ihr Gehirn nicht geschädigt. Der Informationsminister der Provinz, Mian Iftikhar Hussain, verurteilte den Angriff der Terroristen und kündigte an, dass man das Mädchen per Hubschrauber zur weiteren Behandlung nach Peshawar ausfliegen würde.

Malala Yousafzai bloggt für die BBC

Erst im vergangenen Jahr war Yousafzai für ihre Bemühungen der erste Friedenspreis Pakistans zuerkannt worden. Daneben war sie 2011 für den Internationalen Friedenspreis für Kinder der KidsRights Foundation nominiert. Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Tätigkeit für die BBC bekannt. Hier berichtete sie in einer Art Tagebuch vom Leben unter den Taliban. Drohungen der radikalislamischen Vereinigung konnten die junge Frau in ihren Bemühungen nicht bremsen. Bis 2009 galt auch das Swat-Tal als ausgewiesene Taliban-Hochburg.

Der schockierende Vorfall am hellichten Tag, so schreibt nun auch die türkische Hürriyet, werfe jetzt erneute Fragen auf, wie es derzeit, gut drei Jahre nach der Vertreibung der Taliban, wirklich um die Sicherheit der Region bestellt sei. Nach dem Ende der Schreckensherrschaft hatte man versucht, den Tourismus in der Region wieder anzutreiben. Vor allem bei pakistanischen und westlichen Urlaubern sei das Tal für seine atemberaubenden Berge, lauen Sommerwetter und im Winter zum Skifahren sehr beliebt.

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