Unruhen an der türkisch-syrischen Grenze: Jetzt steigen auch die Ölpreise kräftig an

Die aktuellen Spannungen an der türkisch-syrischen Grenze lassen nun auch die Ölpreise wieder nach oben klettern. Am Mittwoch stieg der Preis pro Barrel auf 114 US-Dollar. Die Sorge ist groß, dass die Versorgung unterbrechen könnte.

Bereits zu Beginn der Woche brach der türkische Staatspräsident Abdullah Gül sein Schweigen. Seiner Ansicht nach sei im Syrien-Konflikt mittlerweile der schlimmstmögliche Fall eingetreten. Trotz seiner besonnenen Worte schürte er damit weitere Ängste, das die seit März 2011 schwelenden Unruhen sich nun auf die ganze Region ausbreiten könnten (er hofft nun auf einen raschen politischen Übergang – mehr hier).

„Es gibt latente Versorgungrisiken auf dem Ölmarkt, wenn die Türkei in den Syrien-Konflikt hineingezogen wird. Denn das könnte die wichtigsten Öl-Transportwege beeinträchtigen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters hierzu etwa eine Research Note der Commerzbank. Und in der Tat: Die Futures der Nordseemarke „Brent“ zogen nach einer kurzen Phase der Entspannung an den internationalen Warenterminmärkten um 54 Cent an und kletterten auf 112.36 US-Dollar. Auch das US-Rohöl stieg um 31 Cent auf 89,64 Dollar. Tendenz aktuell weiter steigend: Am Mittwochvormittag, so berichtet das Protal fastenenergie.com, läge „Brent“ bei „114 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl ‚WTI‘ kostet zur Stunde 92 Dollar. Der Euro fällt auf Werte um 1,2865 US-Dollar zurück“.

USA beschließt neue Sanktionen gegen den Iran

Seit Mittwoch vergangener Woche, als bei einem Granatenbeschuss von syrischer Seite fünf türkische Zivilisten ums Leben kamen, schwelt die Kriegsgefahr zwischen den beiden einst verbündeten Staaten. Zu Wasser und an Land hat das türkische Militär bereits seine Präsenz verstärkt. Der türkische Premier Erdoğan stimmte seine Landsleute darauf ein, jeder Zeit für einen Krieg bereit zu sein. Und genau das, so schreibt Reuters unter Berufung auf Analysten, könnten nun auch die Ölförderung im Norden des Irak und dessen Transport in den Westen bedrohen. Verschärft wird die Lage zusätzlich durch neue Sanktionen der USA gegen den Iran. Diese richten sich unter anderem gegen Unternehmen und Personen, die für die Regierung in Teheran iranisches Öl transportieren.

Kompensationsversuche gibt es unterdessen in Saudi Arabien. Der größte Produzent der OPEC hat seine Fördermengen derzeit mit zehn Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf ein 30-Jahres-Hoch geschraubt. Und wie Ölminister Ali al-Naimi am Dienstag zusicherte, würde sein Land diese Rate auch für den Rest des Monats beibehalten. Gleichzeitig stellte er heraus, dass die Ölpreise seiner Ansicht nach zu hoch seien. Riad würde es begrüßen, wenn diese wieder in Richtung 100 US-Dollar fielen. Auch aus dem Irak, dem zweitgrößten OPEC-Produzenten naht Hilfe. Dort werden die Exporte in diesem Monat voraussichtlich auf über 2,8 Millionen Barrel pro Tag steigen. Das wäre der höchste Ausstoß in diesem Jahrzehnt (trotz hoher Benzinpreise wollen die Türken nicht auf ihr Auto verzichten – mehr hier).

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