Ahmet Davutoğlu folgt Angela Merkel: Türkischer Außenminister zu Gesprächen in Athen

Nur einen Tag nach Bundeskanzlerin Angela Merkel machte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu seinen Antrittsbesuch bei der erst im vergangenen Juni neu geformten griechischen Regierung. Von der neonazistischen Partei Chrysi Avgi war der türkische Politiker im Vorfeld zur „Persona non grata“ erklärt worden.

In Athen trafen an diesem Mittwoch der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu, sein griechischer Kollege Dimitris Avramopoulos und Premier Antonis Samaras zusammen. Im Zuge der ersten Begegnung in der griechischen Hauptstadt wurde beschlossen, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten künftig zu intensivieren.

Bereits Anfang nächsten Jahres, berichtet unter anderem theprovince.com, solle eine lange geplante gemeinsame Ministerkonferenz stattfinden. Die Sitzung – übrigens erst die zweite seit der konstituierenden Sitzung im Jahr 2010 -, so erklärte der griechische Außenminister Dimitris Avramopoulos, solle im Januar 2013 einberufen werden.

Die Beziehungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten haben sich seit den späten 1990er Jahren stetig verbessert. Doch nach wie vor gibt es noch eine ganze Reihe von Themen, die zwischen Ankara und Athen stehen, wie etwa die geteilte Insel Zypern, die Seegrenzen im Ägäischen Meer oder illegale Einwanderer, die von der Türkei über Griechenland nach Europa gelangen.

Türkei will zu gebeuteltem Griechenland stehen

Während seiner ersten Visite lobte Davutoğlu: „Anders als andere EU-Mitglieder kennt Griechenland die Bedeutung des EU-Beitritts der Türkei und unterstützt uns.“ (jüngst wurde Hilfe in der Visafrage zugesichert – mehr hier) Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Erdbebenhilfe, die die Türkei aus Griechenland erhalten hatte und sicherte nun zu: „Die Türkei wird nun auch an der Seite des von einem wirtschaftlichen Erdbebeben gebeutelten Griechenland stehen.“

Wie die türkische Zeitung Hürriyet meldet, hätten sich Davutoğlu und sein griechischer Amtskollege ebenfalls zur Lage in Syrien ausgetauscht. Auch Avramopoulos sprach sich nun für eine politische Lösung des Konflikts aus. Darüber hinaus stellte er klar: „Wir verurteilen jedwede Verletzung einer staatlichen Souveränität, ganz gleich, von wem sie kommt.“ (just an diesem Mittwoch hat der türkische Generalstabschef mit härteren Maßnahmen gedroht, komme es noch einmal zu einer Grenzverletzung – mehr hier).

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