Airbus-Landung in Ankara: Mussten Passagiere gefälschte Papiere unterzeichnen?

Rund um die erzwungene Zwischenlandung eines syrischen Airbus in Ankara brodelt die Gerüchteküche. Nun werden Stimmen laut, die behaupten, einige Passagiere und Crewmitglieder hätten dubiose Papiere unterzeichnen müssen. Verbreitet werden diese Angaben über die russische Medien.

Einige Passagiere des syrischen Airbus 320, der am vergangenen Mittwochabend stundenlang am Boden festgehalten und durchsucht wurde, behaupten derzeit, dass sie gezwungen worden wären „gefälschte Papiere“ zu unterzeichnen, die darlegen würden, dass es sich hierbei um eine Notlandung handeln würde. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Die Maschine wurden am 10. Oktober auf Grund von Verdachtsmomenten des türkischen Geheimdienstes, dass sich illegales militärisches Gerät an Bord befinden könnte, mit mehreren F16-Kampfflugzeugen abgefangen und nach Ankara umgeleitet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 37 Personen, inklusive Crew, an Bord (nach der Durchsuchung durfte die Maschine nach Damaskus weiterfliegen – mehr hier).

Crew und Passagiere geschlagen und zum Unterschreiben gezwungen?

„Vier Personen aus der Maschine wurden geschlagen und dann gezwungen die Papiere zu unterschreiben. Zwei von ihnen gehörten der Crew an. Die anderen beiden waren Passagiere. Wir waren in Sorge um den Kapitän. Sie nahmen ihn mit und drohten ihm, dass sie ihn in Gewahrsam stecken würden, wenn er die Notlandungspapiere nicht unterschreibt“, berichtete Shirin Azis, eine der Stewardessen an Bord, telefonisch gegenüber dem Russia Today.

Eine der Passagiere, Fatima al-Saman, heißt es in den türkischen Medien weiter, erklärte ebenfalls, dass der Kapitän des Flugzeuges gezwungen worden sei, Papiere zu unterzeichnen, die erklärten, dass Militärflugzeuge keine Rolle bei der Landung der Maschine gespielt hätten und dass der Airbus wegen einer Notsituation zur Landung in Ankara gezwungen gewesen sei. „Sie hätten den Kapitän als Geisel genommen, wenn wir nicht getan hätten, was sie verlangten. Sie haben uns bedroht“, so die Frau weiter.

Dann hätten sie angefangen das Gepäck an sich zu nehmen und es zu öffnen. Von den geöffneten Taschen seien Fotos gemacht worden. „Wir alle sahen, was darin war. Es gab keine Waffen oder etwas anderes darin. Es waren nur einige Hilfsgeräte und Papiere, aber es gab keine Raketen. [Die Behauptungen, dass es Waffen an Bord] sind alles Lügen.“ (auf dieser Version beharren derzeit auch Syrien und Russland – mehr hier)

Laut Angaben der türkischen Behörden war das Flugzeug mit zwölf großen Paketen mit militärischen Kommunikationsgeräten bestückt, was nun noch einmal durch den türkischen Premier bekräftigt wurde. Wie Recep Tayyip Erdogan im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilte, seien in der Maschine in der Tat Munition und militärische Ausrüstung vorgefunden worden. Das Ganze sollte von einem russischen Rüstungshersteller an das syrische Verteidigungsministerium übersandt werden.

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