Nachhilfe in Sachen Liebe: Türkisches Ministerium bringt Ratgeber für junge Paare heraus

Die türkische Regierung blickt neuerdings in die Schlafzimmer ihrer Landsleute. Das türkische Ministerium für Familien- und Sozialpolitik hat im Zuge eines neuen, vorehelichen Bildungsprogramms nun eine entsprechende Broschüre herausgebracht. Und diese beschäftigt sich unter anderem auch mit dem Thema Hochzeitsnacht.

Paare, so zitiert die türkische Zeitung Hürriyet die neue Broschüre des Ministeriums, sollten ihre Hochzeitsnacht in einer Weise erleben, „die beiden Seiten gefallen“ würde. Geschlechtsverkehr, so heißt es weiter, solle nicht „als eine Pflicht“ erlebt werden. „Ob jetzt zu viel oder zu wenig oder gar kein Blut fließt, das hängt ganz von der Beschaffenheit einer Person ab“, klärt das Blatt seine Leser auf.

Das neue Programm des Ministeriums zielt darauf ab, Paare in der ersten Zeit ihres Zusammenseins zur Seite zu stehen. Der Ratgeber umfasst daher nicht nur Anregungen für die Hochzeitsnacht, sondern behandelt auch die ersten Tage der Ehe. So würden die frischgebackenen Eheleute etwa dazu aufgefordert, auch einmal Händchen zu halten und möglichst oft die Worte „Ich liebe Dich“ zu benutzen. Auch kuscheln vor dem Fernseher sollte nach Ansicht des Ministeriums unbedingt zum Alltag gehören (die türkische Familienberaterin Sibel Üresin schlug da schon weitaus pikantere Dinge vor – mehr hier).

Klare Position zum Thema Abtreibung und Kaiserschnitt

„Den Paaren“, so führt die Zeitung weiter aus, „wird auch geraten, sich gegenseitig bei seinen Aufgaben zu helfen, wenn zum Beispiel einer von beiden krank ist.“ So würden Männer angehalten auch mal eine Suppe zu kochen, wenn ihre Frau daniederliege und Frauen wiederum sollten den Einkauf übernehmen, wenn sich der Ehemann nicht gut fühle.

Doch bei harmlosen Tipps zur Schaffung eines harmonischen Alltags bleibt es nicht. Auch auf das Reizthema Abtreibung geht die Broschüre ein. Eine solche, so heißt es, solle nur durchgeführt werden, wenn das Leben von Mutter oder Baby in Gefahr seien (angeblich arbeite die AKP weiter auf ein Verbot hin – mehr hier). Darüber hinaus wird eine Warnung vor Kaiserschnitt-Geburten ausgesprochen. Das sei ein „großer chirurgischer Eingriff“, der auch Komplikationen mit sich bringen könnte.

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