Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman wird türkische Staatsbürgerin

Die jemenitische Aktivistin Tawakkul Karman, einer der Gewinnerinnen des letztjährigen Friedensnobelpreises, hat die türkische Staatsbürgerschaft angenommen. Diese, so die junge Frau, sei ihr mehr wert, als die Auszeichnung aus Stockholm im vergangenen Jahr. Unterdessen dürfte vor allem in der Türkei die Enttäuschung über die aktuelle Vergabe große sein.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu habe Tawakkul Karman bereits am vergangenen Donnerstag in seinem Büro empfangen und der Jemenitin ihren türkischen Personalausweis überreicht, nachdem sie türkische Staastbürgerin geworden war. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Davutoğlu würdigt Karmans Kampf für die Demokratie

Noch vor dem Treffen würdigte Davutoğlu Karmans Kampf für die Demokratie während der Zeit des arabischen Frühlings. Außerdem verwies der Außenminister bei dieser Gelegenheit auch auf die türkischen Wurzeln der jungen Aktivistin hin, die zurück auf die türkische Provinz Karaman gehen würden. „Wir fühlen uns geehrt, dass ein Mitglied einer Familie aus Anatolien, dazu noch eine Frau, den Kampf für Freiheit und Demokratie im Nahen Osten anführt.“

Das anschließende Treffen der beiden fand hinter verschlossenen Türen statt. Diplomatische Quellen erklärten jedoch gegenüber den türkischen Medien, dass Karman gegenüber Davutoğlu ihre außerordentliche Freude geäußert habe, nun türkische Staatsbürgerin zu sein. Diese soll für sie sogar bedeutender sein als der Nobelpreis im vergangenen Jahr. Karman ist die erste arabische Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde (sie gilt als Mutter der jemenitischen Revolution – mehr hier).

Friedensnobelpreis 2012: Verleger Zarakolu war nominiert

Eine Enttäuschung dürfte die diesjährige Entscheidung der Schweden unterdessen vor allem für die Türkei sein. Wie im Frühjahr 2012 bekannt wurde, haben die Abgeordneten der Linkspartei in Schweden, Amineh Kakabaveh, Jens Holm, Bengt Berg, Siv Homa, Marianne Berg sowie Jan Holm von den Grünen und Valter Mutt von der Zentrumspartei den inhaftierten türkischen Verleger und Menschenrechtler Ragıp Zarakolu für den Friedensnobelpreis 2012 vorgeschlagen. In ihrer Erklärung an das Nobelpreis-Komittee betonen sie, dass Zarakolu ein weltweit bekanntes Symbol der Meinungs- und Pressefreiheit und ein Vertreter der Menschenrechte sei. Ebenso erinnerten sie daran, dass er für sein Engagement bereits viele Preise erhalten habe.

Unterstützung erfuhr der mehrmals angeklagte und verurteilte Verleger unter anderem von seinem Kollegen, dem in Deutschland lebenden Schriftsteller, Doğan Akhanlı: „Er ist ein Herausgeber, der es verdient hat, den Nobelpreis zu bekommen und nicht im Gefängnis zu sitzen“.

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