Militärisches Muskelspiel: Türkischer Kampfjet drängt syrischen Helikopter ab

Die Türkei hat an diesem Freitag mehrere Kampfflugzeuge und Panzer an die Grenze zu Syrien entsandt. Zuvor hatte ein syrischer Militärhubschrauber offenbar versucht, die Grenzstadt Azmarin zu bombardieren. Er soll von einem türkischen Jet abgedrängt worden sein.

In dieser Woche, so berichtet aktuell die Nachrichtenagentur Reuters, habe es in Azmarin  und den benachbarten Städten bereits intensive Kämpfe zwischen Rebellen und syrischen Regierungstruppen gegeben. So auch an diesem Freitag. Das Gebiet, so heißt es weiter, gelte als Region, die sich stark gegen das Regime des syrischen Machthabers Bashar al-Assad stelle.

Nachdem nun ein syrischer Hubschrauber versuchte Bomben über der Grenzstadt auf syrischer Seite abzuwerfen, ließ Ankara die Muskeln spielen und nur kurz später zwei F 16-Kampfjets aus Diyarbakir aufsteigen. Einer, so berichten internationale Medien übereinstimmend unter Berufung auf  einen anonymen türkischen Offiziellen, soll den syrischen Hubschrauber auf syrischem Gebiet daran gehindert haben, sich Azmarin zu nähern. Das wäre damit der erste aktive Eingriff in den syrischen Konflikt. Zudem, so schreibt die Hürriyet, soll Ankara mindestens 250 Panzer sowie 15 Kampfjets an die syrische Grenze verlegt haben.

Dicke, schwarze Wolken aus Rauch und Staub, so beschreibt der Nachrichtendienst, seien bereits während der vorangegangenen Kämpfe aufgestiegen. Über Lautsprecher soll eine Stimme zu hören gewesen sein, die auch im türkischen Dorf Hacipasa in der Provinz Hatay vernommen werden konnte. Diese habe die Rebellen, die das Gebiet im Augenblick beherrschen, aufgerufen, sich zu ergeben und vor einen Luftangriff gewarnt (von Seiten der Türkei kam es am Mittwoch zu einer Provokation – mehr hier).

In der vergangenen Woche schwappten die Unruhen in Syrien entlang der 900 Kilometer langen Grenze zur Türkei immer wieder herüber auf fremdes Territorium. Die türkische Armee reagierte jedes Mal umgehend und setzte zu Vergeltungsschlägen an. Am vergangenen Mittwoch dann die Ankündigung des türkischen Generalstabschefs Necdet Ozel, dass das Militär künftig schärfer auf syrische Grenzverletzungen reagieren werde. Zuvor genehmigte das türkische Parlament bereits in der letzten Woche die Entsendung von Truppen über die Türkei hinaus (zudem verlängerte das türkische Parlament nun das Mandat für ihren Einsatz in Nordirak – mehr hier).

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