Zweites türkisches AKW: Steigen jetzt die Vereinigten Arabischen Emirate ein?

Für den Fall, dass Südkorea in den Bau des zweiten türkischen Atomkraftwerks involviert sei, würden auch die Vereinigten Arabischen Emirate in das Projekt einsteigen. Das gab der türkische Energieminister Taner Yıldız bekannt. Die Türkei plant den Bau in der nördlichen Provinz Sinop. Unter derzeit vier Kandidaten würden zwei näher in Betracht gezogen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate könnten sich am Bau des zweiten türkischen AKWs in der nordtürkischen Provinz Sinop beteiligen, gesetz dem Fall, dass auch Südkorea in das Projekt beteiligt sei, das gab der türkische Energieminister Taner Yıldız im Rahmen des dritten Energiegipfels in der zentralanatolischen Provinz Kayseri bekannt. „Offizielle aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärten, dass man Partner werden könnte, wenn Südkorea zum Bau der Anlage verpflichtet wird“, zitiert die Nachrichtenagentur Anatolia den Minister.

In den nächsten fünf Jahren plant die türkische Regierung den Bau von drei Atomkraftwerken, um so einer möglichen Energieknappheit vorzubeugen und ihre derzeit hohe Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen zu reduzieren. Bereits im Jahr 2010 schloss die Türkei daher einen Deal mit Russland, die das erste AKW des Landes in Akkuyu, in der südtürkischen Provinz Mersin errichten werden. Das zweite Kernkraftwerk soll im Norden des Landes in der Nähe des Schwarzen Meeres entstehen. Für das dritte AKW wurde noch kein Standort benannt.

AKW-Bau: Türkei verhandelt mit mehreren Ländern

Derzeit, so informirt die türkische Zeitung Hürriyet, verhandle die Türkei gleich mit einer ganzen Reihe von Ländern über den Bau der zweiten Anlage, darunter Südkorea, China und Japan. Vier der zwei Staaten würden, so Energieminister Yıldız, näher ins Auge gefasst. Wie er gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu weiter ausführt, führe der Bau des Atomkraftwerks in Akkuyu zu einer Senkung der türkischen Abhängigkeit vom russischen Energiesektor (die Unruhen an der türkisch-syrischen Grenze haben sich auch auf die Ölpreise ausgewirkt – mehr hier). Erst kürzlich, so merkt er weiter an, habe man mit den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Vertrag über Stromerzeugung im wichtigsten Kohlegebiet der Türkei, in Afşin Elbistan, unterzeichnet. Sobald es hier eine dauerhafte Einigung gebe, würden die Vereinigten Arabischen Emirate fünf Milliarden Dollar in der Region investieren. Das bis dato größte arabische Investment auf dem türkischen Energiesektor.

Derzeit, so führt Yıldız weiter aus, würden auch die Überlegungen hinsichtlich Route und Partnerschaften zum  Bau der transanatolischen Gaspipeline TANAP weiter vorangetrieben. So bestünde derzeit wohl auch die Möglichkeit, dass die Energieriesen BP und Total in das Projekt mit einsteigen. „Unsere Politik mit Russland, Iran und Syrien mag anders sein, doch unsere Zusammenarbeit im Bereich der Energie wird fortbestehen und hat nichts mit der Politik zu tun.“ (Syrien hat seine Stromkäufe von der Türkei vor kurzem allerdings eingestellt – mehr hier)

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