Syrisches Außenministerium: Syrien will angeblich direkten Dialog mit der Türkei starten

Syrien ist offenbar bereit, einen direkten Dialog mit der Türkei aufzunehmen, um die Spannungen zwischen den beiden einstigen Verbündeten zu entschärfen. Das soll das syrische Außenministerium an diesem Samstag in einer Erklärung bekannt gegeben haben.

Bereits am 10. Oktober hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow herausgestellt, dass der beste Weg, um den Konflikt zu lösen, in einem direkten Kontakt zwischen den syrischen und türkischen Behörden bestünde (er bezeichnete die durch die Türkei konfiszierte Airbus-Ladung als legal – mehr hier). Laut RIA, so berichtet aktuell die türkische Zeitung Hürriyet, begrüße das syrische Außenministerium nun den Vorschlag Lawrows, der die Notwendigkeit, einen Mechanismus des direkten Dialogs über Sicherheitsfragen zwischen Syrien und der Türkei zu schaffen, hervorhob. Die syrischen Behörden hätten demnach mit dem russischen Botschafter in Damaskus über „die Möglichkeit der Einrichtung eines gemeinsamen syrisch-türkischen Ausschusses für die Überwachung der Sicherheit entlang der gemeinsamen Grenze“ diskutiert.

Brahimi und Westerwelle in der Türkei erwartet

Inzwischen wird Lakhdar Brahimi, Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien, an diesem Samstag zu Gesprächen in der Türkei erwartet. Dort soll er mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu zusammentreffen. Dabei solle es um alle Aspekte des türkisch-syrischen Konflikts gehen. Daneben wird heute auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle in Istanbul Halt machen.

Die ohnehin angespannte Beziehung zwischen Syrien und der Türkei eskalierte in der vorletzten Woche, als bei einem Granatenbeschuss von syrischer Seite fünf Zivilisten in einem türkischen Grenzdorf ums Leben kamen. Darauf hin gab das türkische Parlament für den Zeitraum von einem Jahr sein Okay für grenzüberschreitende Militäroperationen, die zur Abschreckung gegen potenzielle Angriffe aus Syrien dienen sollten.

Erdoğan: UN ist blind für das Leid der Syrer

Derweil wettert der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan nun gegen die internationale Gemeinschaft. Auf dem Istanbul World Forum erklärte er: Diese habe dem syrischen Machthaber Bashar al-Assad quasi grünes Licht gegeben, jeden Tag Hunderte Menschen zu töten. Konkret kritisiert er die zögerliche Haltung des UN-Sicherheitsrats, die für Syrien seiner Ansicht nach böse Konsequenzen haben könnte. „In Syrien sind bereits mehr als 30.000 Menschen getötet worden. 250.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und fliehen. Einige 100.000 dieser Menschen sind in der Türkei, gerade jetzt – sie sind unsere Gäste hier.“ (hier bereitet man sich auf neuerliche Anstürme vor – mehr hier)

Bereits vor 20 Jahren hätte die UN dem Massaker auf dem Balkan zugesehen. Heute verhalte sie sich in den Augen von Erdoğan genauso blind. Während jeden Tag zig Hunderte Menschen in Syrien getötet würden, gäbe es immer noch jene, die darüber nachdenken, wie sie aus der Situation Gewinn schlagen könnten. Laut Erdoğan gäbe es in vielen internationalen Organisationen Ungerechtigkeiten, einschließlich des UN-Sicherheitsrats. „Niemand kann behaupten, dass der UN-Sicherheitsrat auf einer fairen Struktur aufgebaut ist. Wir haben die Welt der Gnade der fünf ständigen Mitglieder überlassen – was immer sie sagen, passiert. Die UNO muss im Einklang mit der Justiz reformiert werden.“

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