Türkischer Außenminister: Türkei erwartet auch deutsche Unterstützung

Ankara werde tun, was nötig ist, wenn es durch Syrien erneut zu Grenzverletzungen kommen sollte. Das machte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu in Anbetracht der anhaltenden Spannungen zwischen Syrien und Türkei nun erneut deutlich.

„Wir werden tun, was getan werden muss, wenn unsere Grenzen wieder verletzt werden“, zitiert die türkische Tageszeitung Hürriyet Außenminister Ahmet Davutoğlu, dem es dabei auch um Abschreckung gehe. Dieser hatte sich am Samstag in Anbetracht der anhaltenden Krise mit dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle im Istanbuler Hilton Hotel zu einem bilateralen Treffen eingefunden.

Nach Ansicht von Davutoğlu sei eine Verletzung der türkischen Grenzen gleichzusetzen mit der Verletzung von NATO-Grenzen. Er stellte in diesem Zusammenhang heraus: „In diesem Kontext erwarten wir die Unterstützung unserer Verbündeten.“ Zu diesen Ländern, so Davutoğlu weiter, gehöre auch Deutschland.

Westerwelle bekräftigt Solidarität mit der Türkei

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle, der sich gerade auf der Rückreise von einer Visite in China befand, bekräftige während seines Kurzbesuches in der Türkei noch einmal, dass die erzwungene Landung der syrischen Passagiermaschine am 10. Oktober in Anbetracht des Verdachts, dass sich illegale Waffen an Bord befinden könnten, absolut im Einklang mit internationalen Rechten geschehen sei. Deutschland, so stellte er heraus, hätte genauso gehandelt. (der russische Außenminister Lawrow betonte hingegen, dass es sich um absolut legale Fracht gehandelt habe – mehr hier).

Der deutsche Außenminister hatte bereits vor dem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen zu Ruhe und Zurückhaltung gemahnt (zur gleichen Zeit hatten sich die USA hinter die Türkei gestellt – mehr hier). Es sei wichtig, nicht noch weiter Öl ins Feuer zu gießen. Nach wie vor ist die Sorge vor einem regionalen Flächenbrand groß.

Lakhdar Brahimi ist gegen einen Militäreinsatz in Syrien

Am gleichen Tag war auch Lakhdar Brahimi, Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien, in die Türkei gereist, wo er etwa eine Stunde lang mit dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül und später auch mit Davutoğlu zusammentraf. Noch einmal sprach er sich hier für eine politische Lösung des Konflikts und gegen eine militärische Intervention aus (kurz zuvor warf der türkische Premier der UN Handlungsunfähigkeit vor – mehr hier).

Unterdessen kam am Samstag das Signal des syrischen Außenministeriums, dass man offenbar bereit zu einem direkten Dialog mit der Türkei sei. Nachgedacht werde offenbar über die Einrichtung eines gemeinsamen Ausschusses, um die Sicherheit an der Grenze zu überwachen und Missverständnisse zu vermeiden. Nach Angaben des Ministeriums habe man diese Idee bereits mit russischen Diplomaten diskutiert (die Türkei hatte zuvor gewarnt, dass künftige Grenzverletzungen schärfer geahndet würden – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Syrisches Außenministerium: Syrien will angeblich direkten Dialog mit der Türkei starten
Version der Türkei bröckelt: Airbus-Ladung wohl doch legal
Militärisches Muskelspiel: Türkischer Kampfjet drängt syrischen Helikopter ab

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.