Was kommt nach der Politik? Ali Babacan will zurück in den privaten Sektor

Der stellvertretende türkische Premierminister Ali Babacan strebt nach seiner dritten Periode im Kabinett offenbar eine berufliche Zukunft in der Privatwirtschaft an. Seine politische Karriere wolle er danach nicht weiterverfolgen.

„Ich habe in Bezug auf die Politik keine langfristigen Pläne“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Ali Babacan. „Ich werde nach Ende meiner Verpflichtungen in den privaten Sektor zurückkehren.“

Babacan nimmt gerade in Tokio an einer Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank teil. In seiner Rede in Japan umriss er die derzeitigen Herausforderungen für die Weltwirtschaft: „Die Bemühungen der großen Notenbanken waren maßgeblich für die Abwendung einer finanziellen Kernschmelze. Allerdings reichen solche Liquiditätsspritzen nicht aus, um das Blatt zu wenden, da die fundamentalen Probleme auf diese Weise ungelöst bleiben.“

In der nächsten Zeit bleibe die Erhaltung der makroökonomischen und der finanziellen Stabilität eine große Herausforderung für die Politik. Um beides zu stabilisieren könnten neue Richtlinien als auch neue Instrumente nötig werden, so Babacan (er blickte schon Anfang des Jahres kritisch auf die Entwicklungen in der EU – mehr hier).

Davutoğlu und Babacan stehen für eine neue Ära

Der ehemalige Außenminister der Türkei wurde im vergangenen April gemeinsam mit seinem Nachfolger Ahmet Davutoğlu vom Time-Magazine in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt aufgenommen. In seinem Artikel lobt Time-Autor Ayman Mohyeldin Ali Babacan. Unter seiner Führung seien bereits vor der globalen Finanzkrise 2009 Reformen bei den Staatsausgaben und im Bankensystem durchgeführt worden. Seit diesen Reformen sei die türkische Wirtschaft rapide gewachsen und zu einem Vorbild für schwache Volkswirtschaften geworden, die leicht durch weltweite und regionale Krisen gebeutelt würden.

Nach Ansicht von Mohyeldin stünden Davutoğlu und Babacan für eine neue Ära. Er behauptet: “Während Europa noch mit den Wirtschaftskrisen und die USA damit beschäftigt ist, ihr durch kostspielige Kriege angeknackstes Image zu reparieren, ist die Türkei bereit, diese Lücke durch ihren Einfluss und ihre Aktivitäten in der arabischen und der islamischen Welt zu füllen. Diese Ära, die von vielen als neo-Osmanismus bezeichnet wird, ist Davutoglu und Babacan zuzuschreiben.”

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