Türkisch-syrische Spannungen: Syrien erteilt Flugverbot für türkische Flugzeuge

Gut eineinhalb Wochen nach der Zwangslandung einer syrischen Passagiermaschine in Ankara, hat die syrische Regierung nun ein Flugverbot für türkische Maschinen über syrischem Territorium ausgesprochen. Die Maßnahme, so teilte das Außenministerium mit, gelte seit Mitternacht.

Wie unter anderem ABCnews berichtet, betone das syrische Außenministerium, dass das Flugverbot „in Übereinstimmung mit dem Prinzip der Gegenseitigkeit“ stehe. Die jetzige Maßnahme, so verbreitet die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana, sei eine Reaktion darauf, dass die türkische Regierung keine syrischen Zivilflugzeuge mehr in türkischem Luftraum dulde.

Zwar, so heißt es weiter, gebe es von Seiten der Türkei bisher kein explizites Flugverbot, doch die türkische Regierung habe bereits mitgeteilt, dass man sich das Recht vorbehalte auch weiterhin verdächtige syrische Passagiermaschinen zur Ladung zu zwingen (der Streit, ob es sich bei dem Airbus aus Moskau tatsächlich um illegale Ladung handelte oder nicht, ist in vollem Gange – mehr hier). Das syrische Überflugsverbot ist in der Nacht zum Sonntag in Kraft getreten.

Syrisches Außenministerium schlägt Ausschuss vor

Eigentlich hatte es noch am vergangenen Samstag so ausgesehen, als ob der Konfrontationskurs der beiden Staaten seinen Schrecken verlieren könnte. Wie ebenfalls das syrische Außenministerium mitteilte, sei man bereit, in direkten Dialog mit der Türkei zu treten. Die syrischen Behörden, so hieß es, hätten bereits mit dem russischen Botschafter in Damaskus über „die Möglichkeit der Einrichtung eines gemeinsamen syrisch-türkischen Ausschusses für die Überwachung der Sicherheit entlang der gemeinsamen Grenze“ diskutiert (Westerwelle und Brahimi mahnten bei ihrer Türkeivisiste zur Besonnenheit – mehr hier). Ob ein solcher nach der neuerlichen Provokation so schnell zustande kommt, bleibt fraglich.

Wie ebenfalls am Sonntag bekannt wurde, sind drei türkische Soldaten bei Zusammenstößen mit Schmugglern an der türkisch-syrischen Grenze verletzt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Doğan. Die Schmuggler, die Tee und Zigaretten mitführten, sollen auf die türkischen Soldaten geschossen haben, als sie die Grenze überquerten. Die Lage eskalierte, als die Soldaten das Feuer erwiderten. Anschließend verschwanden die Schmuggler auf syrisches Territorium. Die Verwundeten sollen sich im Augenblick noch in Behandlung, jedoch in guter Verfassung sein.

Darüber hinaus meldet die türkische Zaman, dass die türkische Polizei am vergangenen Samstag in türkischen Grenzort Hacıpaşa in der Provinz Hatay elf syrische Soldaten verhaftet hätte, die über die Grenze in die Türkei flüchten wollten. Fünf von ihnen wurden danach direkt zur Behandlung ins Hatay Mustafa Kemal Universitätskrankenhaus gebracht. Der Rest wurde im militärischen Außenposten untergebracht. Wie das Medium berichtet, soll es offenbar Überlegungen geben, ein entsprechendes Camp für syrische Soldaten eingerichtet werden, die aus ihrem Heimatland fliehen.

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