Airbus Zwangslandung: Waren russische Spione an Bord?

Die Spekulationen um den am vergangenen Mittwoch in Ankara zwangsgelandeten syrischen Airbus reißen nicht ab. Jüngsten Berichten zufolge soll es sich bei den 17 russischen Passagieren gar um Geheimdienstmitarbeiter gehandelt haben. Sie sollen auf dem Weg nach Damaskus gewesen sein, um dort russische Staatsbürger tschetschenischer Herkunft zu identifizieren, die an der Seite der oppositionellen Kräfte gegen die syrischen Regierungstruppen kämpfen würden.

Laut einem Bericht der Zeitung „Yenişafak“ seien die 17 russischen Passagiere an Bord des am 10. Oktober auf dem Esenboğa Flughafen zwangsgelandeten Airbus aus Moskau Geheimdienstmitarbeiter der  Bundesagentur für Sicherheit der Russischen Föderation (FSB) gewesen. In Ankara, so heißt es weiter, hätten sie keinen Sicherheitscheck durchlaufen, da sie mit Diplomatenpässen unterwegs gewesen seien.

Die Spione, so schreibt das Blatt, sollen sich auf dem Weg nach Damaskus befunden haben, um dort die Identität von rund 300 tschetschenischen Bürgern zu bestimmen, die laut FSB, auf der Seite der Oppositionellen gegen das Regime Bashar al-Assad kämpften.

In dem Artikel kommt auch die von den türkischen Behörden beschlagnahmte Ladung des Passagierflugzeuges zur Sprache. Demnach soll es sich um 400 Kilogramm militärische Ausrüstung gehandelt haben, die aus Kommunikations-Ausrüstung und Teilen, die in Raketen verwendet werden könnten, bestehen soll. Eine Untersuchung der beschlagnahmten Güter soll durch ASELSAN und ROKETSAN durchgeführt werden. Zwei Rüstungshersteller, die für das türkische Militär produzieren.

Türkisch-russische Beziehung: Außenminister beruhigt

Unterdessen hat die türkische Regierung auf das ausgesprochene Flugverbot für türkische Passagiermaschinen über syrischem Luftraum reagiert und ebenfalls ein entsprechendes Verbot für syrische Maschine ausgesprochen. Laut Außenminister Ahmet Davutoglu habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, da das syrische Regime zivile Flüge „missbraucht“, um militärische Ausrüstung zu transportieren. Das von Syrien ausgesprochen Verbot habe jedoch, so Davutoglu weiter, „keinen Wert“ für die Türkei (bereits am Wochenende gab es zudem ein Signal für einen direkten Dialog aus Syrien – mehr hier).

Diplomatische Entwarnung gab es am vergangenen Sonntag derweil aus Russland. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow in Luxemburg erklärte, hätte die Zwangslandung des syrischen Airbuses keinen Einfluss auf die Beziehungen zwischen Mosau und Ankara. „Ich versichere Ihnen, niemand sollte sich über den Stand der russisch-türkischen Beziehungen sorgen“, so Lawrow. Die Verbindung sei auf einem stabilen und soliden Fundament begründet (schon Anfang Dezember will Präsident Putin in die Türkei reisen – mehr hier).

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