Fallschirmspringer Felix Baumgartner: Türkisches Blatt ist hin und hergerissen

Überall auf der Welt hielten Menschen am vergangenen Sonntag den Atem an. Da stand doch wirklich ein Mensch am Rande einer Weltraumkapsel. Bereit, sich ganze 39 Kilometer in die Tiefe zu stürzen. Er tat es und er überlebte. Der Österreicher Felix Baumgartner ist spätestens seit diesem waghalsigen Sprung auch in der Türkei ein Begriff. Doch dort, wie im Rest der Welt, gibt es neben der Euphorie auch echte Zweifel an der Sinnhaftigkeit des 50 Millionen Euro Projektes.

Als Neil Armstrong 1969 als erster Mann den Mond betrat, hatten 99 Prozent der Türken ihn nicht dabei verfolgen können; denn einen Fernseher hatte zu dieser Zeit fast niemand. Am vergangenen Sonntagabend um Punkt 20.07 Uhr deutscher Zeit sah das ganz anders aus: Nahezu jeder besitzt in der Türkei einen Fernseher und konnte den waghalsigen Sprung von Felix Baumgarnter aus 39 Kilomentern Höhe live miterleben. „Wir wurden Zeuge des historischen Geschehens“, meldet die türkische Tageszeitung „Milliyet“ als Reaktion auf den gelungen Sprung, der in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico gestartet war, euphorisch.

Was will Baumgartner der Welt beweisen?

Doch auch eine entscheidende, kritische Frage stellt sich das Blatt am Ende. So, wie sie sich in den letzten 24 Stunden sicherlich Millionen auf dem ganzen Globus gestellt haben: „Weshalb versuchen Menschen alles und was wollen sie der Welt damit beweisen?“ Eine vorgefertigte Antwort will das türkische Medium seinen Lesern allerdings nicht mit auf den Weg geben. Wenn es sie denn überhaupt geben sollte.

Die positivste aller Lesarten wäre aber sicherlich Folgende: Der 43-jährige Felix Baumgartner wollte diverse Weltrekorde brechen und tat dies auch, obschon er dabei mehrfach sein Leben risikiert hat. Jetzt ist er obendrein erste Mensch, der ohne Maschine die Schallmauer durchbrach.

„Manchmal muss man sehr hoch gehen“

„Ich weiß, dass die ganze Welt gerade zuschaut“, war sich Baumgartner, der damit in die Fußstapfen des ehemaligen US Air Force Offiziers Joe Kittinger trat, schon vor seinen Absprung bewusst. Den entscheidenden Satz lieferte der Extremsportler selbst jedoch später nach: „Manchmal muss man sehr hoch gehen, um zu sehen, wie klein wir sind.“ Der Mensch strebt nach Dingen, die unerreichbar scheinen, so war das und wird es wohl bleiben. Damit bleibt der Fortschritt in Wirtschaft und Technik bestehen. Eine gute Sache. Und daran hätte auch Neil Armstrong sicher seine Freude gehabt (er starb Ende August dieses Jahres im Alter von 82 Jahren – mehr hier).

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