Syrisches Überflugsverbot: Monatliche Kosten für Turkish Airlines könnten sich auf 15 Millionen Dollar belaufen

Seit dem vergangenen Wochenende haben sowohl die syrischen als auch die türkischen Behörden den Luftraum ihres Landes für Flugzeuge des jeweils anderen gesperrt. Eine Entscheidung, die sich vor allem für die türkische Fluglinie Turkish Airlines als besonders kostspielig erweisen könnte. Zahlreiche Destinationen in der Golfregion sind nun mit längeren Flugzeiten verbunden.

„Der tägliche Kerosinverbrauch von Turkish Airlines könnte sich um nahezu 50 Tonnen erhöhen. Da die Flüge in die Golfregion nun im Durchschnitt 15 bis 20 Minuten länger dauern“, erklärt Luftfahrtfachmann Güntay Şimşek gegenüber der türkischen Tageszeitung Zaman. Eine Tonne Kerosin, informiert das Blatt, kostet derzeit etwa 1000 US-Dollar.

Auf Grund des Überflugverbots in Syrien, so die Folgerung, würden Turkish Airlines schätzungsweise gut 15 Millionen Dollar an Mehrkosten pro Monat entstehen (Syrien hatte das Überflugsverbot nach der Zwangslandung einer syrischen Maschine in Ankara ausgesprochen – mehr hier).

Die vor der Tür stehende Zeit der Hadsch werde das Problem sicher noch verschärfen und die Kosten für die Fluggesellschaft weiter in die Höhe treiben. Gut 74,000 Türken, so die Erwartung, werden in diesem Jahr die Pilgerreise antreten. Und alle würden in den kommenden Tagen per Flugzeug nach Saudi Arabien reisen wollen, da der Landweg derzeit viel zu unsicher sei (am Montag ließen die türkischen Behörden eine Maschine aus Armenien zwischenlanden – mehr hier).

Kostenreduktion: Flüge insgesamt besser organisieren

Etwas anders beurteilt Uğur Cebeci, der in der Türkei eine Sendung mit dem Titel „Cockpit“ hat, die Lage. Die zusätzlichen Kosten für eine längere Route würden seiner Ansicht nach für Turkish Airlines nicht besonders ins Gewicht fallen. Insgesamt schätzt er die durch die Sperrung verursachten zusätzlichen Kosten geringer ein als Şimşek. So oder so seien das für die Luftfahrtindustrie eher kleine Dimensionen. Durch eine bessere Organisation der Flüge, so seine Meinung, könnte THY drohende Verluste sogar kompensieren. Denn selbst innerhalb der Türkei müssten Maschinen auf Grund der Anweisungen des Direktoriums für zivile Luftfahrt (SHGM) oftmals indirekte Routen wählen. Auch diese Problem, so Cebeci, müsse gelöst werden.

Zu den wichtigsten Zielen der THY in der Golfregion gehören derzeit Amman, Jeddah, Medina, und Dubai. Amman wird von Turkish Airlines zweimal am Tag angeflogen, Jeddah dreimal am Tag. Mit Beginn der Hadsch wird sich die Flugfrequenz gen Saudi Arabien jedoch merklich erhöhen.

Längere Flugzeit könnte geringer als erwartet ausfallen

Dass die Passagiere dann spürbar länger im Flugzeug sitzen müssen, glaubt Emrah Çakmak, Leiter der Türkischen Pilotenvereinigung, indessen nicht. Er war am Tag, an dem das Überflugverbot in Kraft trat auf dem Weg nach Amman. Wie er gegenüber dem Blatt berichtet, habe sich der Flug auf Grund dieser Tatsache um lediglich neun Minuten verlängert. Ähnliches erwartet er auch für andere Ziele in der Region.

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