Finanzminister Şimşek: Syrische Flüchtlinge kosteten bisher rund 170 Millionen Euro

Die Türkei hat bisher nahezu 400 Millionen türkische Lira, umgerechnet rund 170 Millionen Euro, für die Versorgung der syrischen Flüchtlinge ausgegeben. Das gab der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek bekannt. Würden hier lokale Ausgaben mit eingerechnet, würde sich dieser Wert allerdings nochmals erhöhen.

Die bisherigen finanziellen Mittel, erläutert Şimşek, seien für die derzeit rund 100.000 syrischen Flüchtlinge in den diversen türkischen Flüchtlingscamps aufgewendet worden. Darüber hinaus hätten die jeweiligen Gemeinden ihren Beitrag geleistet, um die durch die Flüchtlingswelle aus dem Nachbarland entstehenden Kosten zu tragen. Der türkische Staat habe zudem allgemeine Aufwendungen in Zusammenhang mit den Flüchtlingen geleistet.

Noch im vergangenen Sommer war die tatsächliche Kostensituation alles andere als klar. Mehmet Şimşek und Premier Recep Tayyip Erdoğan hantierten seinerzeit mit unterschiedlichen Zahlen (die Spanne reichte von 175 bis 270 Millionen türkische Lira – mehr hier). Damals forderte der CHP-Abgeordnete Metin Lütfi Baydar auf: „Die Regierung muss klären, was und aus welchen Töpfen an die Syrer ging.“ Und auch der MHP-Abgeordneten Lütfü Türkkan kritisierte: „Niemand weiß, wer was spendet. Das Thema läuft völlig unkoordiniert ab.“

In Anbetracht der aktuellen Flüchtlingszahlen kommt nun noch einmal Kritik von Seiten der Opposition. Nach Ansicht von MHP-Chef Devlet Bahçeli sei die Belastung der Türkei durch de Flüchtlinge mittlerweile nicht mehr zu stemmen. Einen weiteren Zustrom könnte das Land nicht handhaben. Die derzeitige Außenpolitik der Türkei habe sich, so Bahçeli, zudem in einen richtiggehenden „strategischen Horrorfilm“ verwandelt (und hierdurch entstehen nun auch immense Kosten etwa für die türkische Luftfahrt – mehr hier).

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