Türkischer Minister: „Die EU ist die scheinheiligste Organisation der Welt“

Statt des Friedensnobelpreises hätte die EU einen Preis für „Falschheit und Scheinheiligkeit“ verdient, meint der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan. Die Türkei wendet sich weiter von der EU ab. Ein Ergebnis der jahrelangen Blockadehaltung trotz weitreichender Reformen. Diese drohen nun zu stocken.

Die EU habe den Friedensnobelpreis nicht verdient, meint der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan. Er wirft der Union Scheinheiligkeit vor. Aus der Abwendung von der EU macht auch die türkische Regierung, die noch vor einigen Jahren der größte Verfechter eines EU-Beitritts war, längst keinen Hehl mehr (die EU-Reformen machen immer weniger Fortschritte – mehr hier). So deutliche Worte wie sie Çağlayan äußerte, sind allerdings neu.

„Die EU ist die heuchlerischste Union aller Zeiten. Es ist die scheinheiligste Organisation der Welt. Die EU hat die Türkei seit über 50 Jahren vor der Tür warten lassen“, erklärte er der Nachrichtenagentur Anatolia. Visabestimmungen, die türkische Geschäftsleute einschränken sowie Einschränken bei der Gütereinfuhr stellen für ihn ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Folter“ dar. Das Handelspotenzial könne so gar nicht ausgeschöpft werden und unfairer Wettbewerb sei das Ergebnis.

„Wenn man die EU mit einem Preis für Falschheit und Scheinheiligkeit statt mit einem für Frieden auszeichnen würde, dann würden wir sagen, das ist fair und es akzeptieren“, so Çağlayan weiter. Die Abkehr der Türkei von der EU zeigte sich auch während des vergangenen Parteikongresses der regierenden AKP. Hier sparte Erdoğan die EU in seiner Rede komplett aus (mehr dazu – hier).

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