Kunstraub in Rotterdam: Museumsdirektorin hielt sich zum Tatzeitpunkt in der Türkei auf

Der spektakuläre Kunstraub aus der Kunsthal in Rotterdam in der Nacht zum vergangenen Dienstag hält Polizei und Medien in Atem. Während sieben wertvolle Gemälde aus dem Museum verschwanden, war die Direktorin des Hauses allerdings nicht einmal im Land. Sie war auf Geschäftsreise in der Türkei.

Auf nahezu zehn Millionen Euro wird der Wert der gestohlenen Gemälde geschätzt, die in dieser Woche aus der Kunsthal in Rotterdam entwendet wurden. Darunter Bilder so bedeutender Künstler wie Picasso, Monet und Matisse. Tatenlos aus der Ferne zusehen musste die Direktorin des Hauses, Emily Ansenk. Umgehend, nachdem sie von dem Diebstahl erfahren hatte, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, sei sie in die Niederlande zurückgekehrt. Der Diebstahl gilt als der größte seit dem Jahr 1991, als fast 20 Werke aus dem Van Gogh Museum in Amsterdam gestohlen worden waren.

Wer die Täter, die ihren Einbruch offenbar wohl durchdacht hatten, sein könnten, darüber herrscht bislang noch völlige Unklarheit. Derzeit wird darüber spekuliert, dass Lösegeld für die Bilder, die als unverkäuflich gelten, gefordert werden könnte. Andere Fachleute fürchten unterdessen, dass sie für immer in der kriminellen Unterwelt verschwinden könnten, wo Kunst als Währung für Waffen und Drogen eine zunehmende Rolle spiele (erst im August erschütterte ein Kunstskandal die türkische Hauptstadt Ankara – mehr hier).

Gleichzeitig wird Kritik an der wohl mangelhaften Sicherung der Bilder aus der Triton Sammlung für Moderne Kunst laut. So soll in der Nacht kein Sicherheitsdienst vor Ort gewesen sein. Die Polizei habe Minuten gebraucht, bis sie vor Ort gewesen war. Zu spät – die Diebe waren da schon entkommen (derweil können türkische Museen nun auch online erforscht werden – mehr hier).

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