Şimşek: Türkei will ihre wirtschaftliche Glaubwürdigkeit behalten

Der türkische Finanzminister muss sich momentan mit einem Haushaltsdefizit auseinandersetzen. Im globalen Vergleich ist die türkische Wirtschaft trotz harter Krisenzeiten stabil.

Das Finanzministerium ist dazu  übergegangen, Steuern kräftig zu erhöhen, wie etwa die Abgaben für Alkohol und Öl. Die türkischen Spritpreise sind momentan die höchsten weltweit. Trotzdem ist die gegenwärtige Situation eine andere, als noch vor zehn Jahren.

Die Türkei will „ihre (wirtschaftliche) Glaubwürdigkeit aufrechterhalten, die hart erkämpft ist und die sie jetzt nicht aufgeben möchte“, erklärt Mehmet Şimşek. Vor zehn Jahren wäre das größte Problem der Türkei die Schuldenbelastbarkeit gewesen, heute sei es das Leistungsbilanzdefizit von über sieben Prozent. Aber die Entwicklungen seit letztem Jahr, als das Defizit zehn Prozent betrug, zeigen, dass sich die türkische Wirtschaft wieder stabilisiert.

Die türkische Wirtschaft ist innerhalb der letzten zehn Jahre enorm gewachsen, wie der Aufstieg der Städte Kayseri und Konya deutlich mache. Der expandierende irakische Exportmarkt trug Früchte. In der Finanz- und Geschäftsmetropole Istanbul etablieren sich Privatunternehmen und private Investoren. Auch der Ausbau der Infrastruktur soll privatisiert werden (gleichzeitig will der türkische Premier die Handelsbeziehungen mit der islamischen Welt stärken – mehr hier).

Allerdings ist die gegenwärtige wirtschaftliche Situation nicht gänzlich ungetrübt. So ist die Privatisierung der Infrastruktur bisher eher erfolglos geblieben, Beispiel sei hier die ergebnislose Ausschreibung des Metroausbaus. Auch der Binnenmarkt schwächelt gegenwärtig. Dies führt zu niedrigeren Steuereinnahmen. Auch die Einkünfte aus Privatisierung und die Ergebnisse der Tariferhöhung seien enttäuschend. Damit liegt das gegenwärtige Haushaltsdefizit bei 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, anstelle der anvisierten 1,5 Prozent (der Boom in der Türkei geht zu Ende – mehr hier).

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