Abgelehnt wegen Kopftuch: Muslima bekommt vor Amtsgericht Berlin Recht

Eine Muslima wurde aufgrund ihres Kopftuchs nicht eingestellt. Die Frau klagte und bekam Recht. Die Berliner Richter werteten das Recht der „religiösen Ausübung“ höher als das vermeintliche Recht auf „religiöse Neutralität“.

Eine Muslima bewarb sich um eine Ausbildungstelle als Zahnarzthelferin und wurde mit dem Hinweis auf ihr Kopftuch nicht eingestellt. Das Urteil, das im März gefällt wurde, drang erst jetzt an die Öffentlichkeit. Die Richter urteilten, dass der Zahnarzt gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen habe und dass die Frau wegen ihrer Religion diskriminiert wurde. Das berichtet der „Tagesspiegel“. (Diskriminierung in Deutschland mehr – hier).

Das Tragen des Kopftuchs sei ein „Akt der Religionsausübung“, urteilten die Richter. Der Frau wurde zuvor kommuniziert, dass sie für die Ausbildung qualifiziert sei. Das Kopftuch müsse jedoch ab, erklärte man ihr. Daraufhin klagte die Frau mit Hilfe des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg.

Der Zahnarzt berief sich, wie das Blatt weiter berichtet, auf religiöse Neutralität. Doch kam damit nicht durch. Die Richter urteilten, dass eine Zahnarztpraxis kein ähnliches Privileg besitze wie kirchliche Arbeitgeber. Vorige Urteile von deutschen Gerichten hatten genau auf dieses Privileg hingewiesen und zuungunsten der klagenden Partei entschieden.

Das AGG ist seit 2006 in Kraft. Das Gesetz soll Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder sexuellen Identität verhindern.

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