Opferfest: Außenminister Davutoğlu schließt sich Rufen nach Waffenruhe in Syrien an

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat an diesem Freitag alle am Syrien-Konflikt beteiligten Seiten um eine Waffenruhe während des höchsten muslimischen Festes Eid al-Adha in der nächsten Woche gebeten. Der Politiker schließt sich damit einem Appell des UN-Sondergesandten Lakhdar Brahimi an.

Nur wenige Tage nach der Aufforderung des UN-Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien, Lakhdar Brahimi, zumindest in den vier Tagen des islamischen Festes Eid al-Adha eine Waffenruhe in Syrien einzuhalten, hat sich an diesem Freitag nun auch der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu für ein Schweigen der Waffen ab dem 25. Oktober ausgesprochen (derweil stellt sich die Türkei auf weitere Hunderttausende syrische Flüchtlinge ein – mehr hier). Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Brahimi, der die Ansicht vertritt, dass derzeit eine winzig kleine Chance bestehe, dass es doch zu einem dauerhaften Waffenstillstand in Syrien kommen könnte, wird an diesem Freitag in Damaskus erwartet. Dort, so heißt es, wolle er versuchen zu vermitteln und zumindest einen kurzen Waffenstillstand im Krieg zwischen Präsident Bashar al-Assad und den Rebellen zu erreichen. Zuvor hatten sich am Dienstag bereits der iranische Präsidenten Mahmut Ahmadinedschad, eigentlich Unterstützer des Regimes Assad, und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen in Baku auf einen Appell für eine Waffenruhe geeinigt (doch nun lieferten sich die Türkei und Syrien erneut Schusswechsel – mehr hier).

Waffenruhe: Regime und Opposition in Lauerstellung

Angeblich, so schreibt unterdessen die türkische Zeitung Milliyet, habe sich die syrische Opposition bereits zu einer solchen Waffenruhe während des Opferfestes bereit erklärt. „Wir willigen in eine Feuereinstellung ein. Wird sie gebrochen, trägt das Regime (von Assad) dafür die Verantwortung“, zitiert auch die russische Ria Novosti Abdel Baset Seida, den Vorsitzenden des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC). Zuvor, schreibt das Medium weiter, habe bereits der Syrische Nationalrat erklärt, das eine Waffenruhe möglich sei, wenn auf der anderen Seite auch die Regierungstruppen auf den Vorschlag eingehen und eine solche Waffenruhe einhalten würden.

Skeptisch zeige sich jedoch die Freie Syrische Armee (FSA) nach den Erfahrungen des letzten Jahres, als man in eine solche Waffenruhe einwilligte, Assads Truppen sich aber nicht daran hielten. Jetzt erwarte man zuallererst von Machthaber Assad eine Erklärung, dass er die vorübergehende Waffenruhe einhalten werde. Denn noch einmal wolle man sich nicht austricksen lassen. Mit gleichem Argwohn begegnet wiederum die syrische Regierung den Aufständischen, zwar zeigte man eine grundsätzliche Offenheit dem Thema gegenüber, äußerte aber gleichsam Zweifel an der Verlässlichkeit der Opposition.

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