Weiterer Schritt zum Finanzzentrum Istanbul: Börse und Goldmarkt werden zusammengelegt

Eine parlamentarische Kommission hat einen Gesetzesentwurf genehmigt, der die Zusammenlegung der Istanbuler Börse (İMKB) und des Goldmarktes vorsieht. Ein Schritt, der als Ende der fragmentierten Struktur der Börse gedeutet werden kann.

Die Istanbuler Börse (İMKB) und der Istanbuler Goldmarkt sollen dem Gesetzesentwurf zufolge unter dem Dach einer so genannten „Borsa İstanbul“ zusammengelegt werden. Das berichtet die türkische Tageszeitung Hürriyet. Das Blatt wertet das als einen wichtigen Schritt hin zu einer Privatisierung der Börse und zur Schaffung eines regionalen Finanzzentrums in Istanbul (der Bau einer „türkischen Wall Street“ wird seit diesen Sommer wieder vorangetrieben – mehr hier).

Der entsprechende Gesetzesentwurf, der durch die Planungs- und Budget-Kommission des türkischen Parlaments genehmigt wurde und nun die Gründung einer Gesellschaft unter dem Namen „Borsa İstanbul“ fordert, würde von der türkischen Finanzaufsichtsbehörde SPK fertiggestellt werden. Sobald er grünes Licht von den entsprechenden Minister erhielte, könnte das Ganze binnen sechs Monaten Gesetz werden.

Darüber hinaus, so berichtet die Zeitung weiter, sollen alle Immobilien, Grundstücke und Gebäude, die der İMKB gehören, binnen eines Monats nach in Kraft treten des Gesetzes an die Borsa Istanbul übergehen und das Ganze anschließend vom Finanzministerium abgesegnet werden. In der Zwischenzeit würden 49 Prozent der Aktien der „Borsa İstanbul“ dem Ministerium gehören und 51 Prozent bei ihr verbleiben.

Auch nach Ansicht von Atilla Köksal, Präsident des Verbands der Intermediäre am Kapitalmarkt der Türkei (TSPAKB), handle es sich hierbei um einen wichtigen Schritt, der die  Entwicklung der Kapitalmärkte erleichtern würde. Viele der zuvor eingebrachten Anfragen seien eingebracht worden. Zwar gäbe es einige Punkte, mit denen man nach wie vor Probleme hätte, doch damit werde sich die türkische Finanzaufsicht später befassen und die Standpunkte der TSPAKB in naher Zukunft an die SPK übermitteln. Dem Gesetzesentwurf zufolge wird die TSPAKB, statt der geforderten fünf Prozent, ein Prozent an der neuen „Borsa İstanbul“ halten.

Positiv hinsichtlich des Vorhabens äußerte sich auch der stellvertretende Ministerpräsident Ali Babacan (er selbst sieht seine Zukunft im privaten Sektor – mehr hier). Seiner Ansicht nach könne die „Borsa İstanbul“ zu einer dynamischen Organisation werden. Das letzte Wort hätte jedoch die SPK.

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