Testphase gestartet: Türkische Frauen werden mit „Panic Buttons“ ausgestattet

Mit etwas Verzögerung wurde jetzt in Bursa das Projekt „Panic Button“ vorgestellt. Die Idee, die sich an weibliche Opfer häuslicher Gewalt richtet, ist durch eine Zusammenarbeit des Familien-und Sozialpolitik Ministeriums mit dem Innenministerium, der Generaldirektion für Sicherheit und dem Mobilfunkunternehmen Avea umgesetzt worden.

Mit Hilfe des so genannten „Panic Button“ ist es den Frauen möglich, im Ernstfall schnell mit der Polizei in Kontakt zu treten. Getestet wird das Prinzip nun in einer ersten Phase zunächst in den Regionen Bursa und Adana (davon war schon seit vergangene August die Rede – mehr hier). Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Verteilt würden die „Panic Button“ über die hiesigen Gerichte an Frauen, die häuslicher Gewalt ausgeliefert sind. Einmal gedrückt, würde die Position der Frauen via GPS-Technologie an die 155-Hotline der Polizei übermittelt. Genutzt würden dafür Avea SIM-Karten.

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Familien- und Sozialministerin Fatma Şahin heraus, dass man die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen als eine Hauptaufgabe betrachte. Sobald die Buttons an die Frauen ausgehändigt würden, starte auch ihre Überwachung via MOBESE Überwachungskameras. Darüber hinaus könnten diese über die Buttons, die unauffällig als Schmuckstück, Handy oder Uhr getarnt sind, auch sprachlich und via SMS kommunizieren (Istanbul ist für Frauen mittlerweile ein gefährlicheres Pflaster als Anatolien – mehr hier).

Nach der Auswertung der in Bursa und Adana gewonnenen Ergebnisse sollen die Buttons künftig in 81 Provinzen der Türkei verteilt werden. Geplant ist die landesweite Umsetzung bereits in einem Jahr. Damit einher gehe auch ein entsprechendes Sicherheitstraining, das den Frauen, so Şahin weiter, darüber hinaus einiges an Selbstbewusstsein und zusätzlichem Schutz mit auf den Weg gebe.

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