Aserbaidschan erhöht Gaszufuhr in die Türkei um mehr als 50 Prozent

Im Zuge einer Anfrage des türkische Pipeline-Betreibers Botaş hat Aserbaidschan seine Gaslieferungen von den Shah-Deniz-Feldern gen Türkei am 20. Oktober um mehr als 50 Prozent nach oben geschraubt. Vorausgegangen war diesem Schritt ein Sabotageakt, der den Gasstrom vom Iran in die Türkei tags zuvor unterbrochen hatte.

Vor der Heraufsetzung betrug die tägliche Liefermenge in die Türkei zehn bis elf Millionen Kubikmeter, so ein BP-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Auf Anfrage von Botaş hin sei das Volumen am 20. Oktober um mehr als 50 Prozent gesteigert worden. BP-Aserbaidschan ist der Betreiber von Shah Deniz. Die Felder produzieren etwa 25 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag.

Neben Aserbaidschan hat auch der russische Konzern Gasprom seine Gaslieferungen an die Türkei im Zuge des Sabotageaktes auf eine Pipeline im Osten des Landes am 19. Oktober erhöht. Dieser hatte die Gaszufuhr aus dem Iran vollständig unterbrochen und zudem 28 türkische Soldaten verletzt. Das berichtet Turkish Weekly. Nach dem türkischen Energieminister Taner Yıldız würde die Pipeline in Kürze wieder in Betrieb gehen. Einen konkreten Zeitplan nannte er allerdings nicht.

Gazprom Export habe eigenen Angaben zufolge ebenfalls eine entsprechende Anfrage des türkischen Pipeline-Betreibers Botaş erhalten, die Zufuhr über die Unterwasser-Blue Stream-Pipeline von täglich 32 auf nun 48 Millionen Kubikmeter heraufzufahren. Nach Deutschland ist die Türkei Gazproms zweitgrößter Gas-Konsument (im April kam es zu einer massiven Anhebung der Gas-Preise – mehr hier).

Für den Anschlag am 19. Oktober soll die Terrororganisation PKK verantwortlich sein. Erst am 8. Oktober hatte es einen Anschlag auf die Leitung gegeben. Nur eine Woche vor der neuerlichen Attacke waren die Gaslieferungen wieder aufgenommen worden (auch Öl-Pipelines werden nicht von Angriffen verschont – mehr hier).

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