Schwere Überschwemmungen in der Westtürkei fordern drei Tote

Am Jahrestag des schweren Erdbebens von Van dringen erneut Schreckensmeldungen im Zusammenhang mit Naturgewalten an die Öffentlichkeit. Sintflutartige Regenfällen haben an diesem Dienstag die nordwestliche Provinz Kırklareli überschwemmt. Die Sturzfluten rissen bisher mindestens drei Menschen in den Tod.

Rettungsteams, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, hätten während ihres Einsatzes in Kırklareli die toten Körper des 45-jährigen Siyami Yeni, seines 21-jährigen Sohnes Semih Yeni sowie der 93-jährigen Zehra Demirel aus dem Wasser gezogen, nachdem sie zuvor von den Wassermassen mitgerissen wurden.

Allein in Büyükkarıştıran, eine Stadt im Distrikt Lüleburgaz, seien ganze 50 Häuser überschwemmt worden. Büyükkarıştırans Vizebürgermeister Mesut Çolak erklärte der Nachrichtenagentur Anatolia, dass die Menschen den Fluten nur entkommen wären, indem sie sich auf die Dächer ihrer Häuser und umliegende Bäume gerettet hätten. Dort seien sie später von Rettungsteams geborgen worden. Über mehrere Stunden sei auch die Autobahn  Lüleburgaz-Çorlu wegen akuter Überflutung geschlossen gewesen.

In der Zwischenzeit hätten sich auch in der Nachbarprovinz Tekirdağ echte Dramen abgespielt. Dort sollen gut 300 Menschen in ihren Häusern gefangen gewesen sein. Auch sie seien mittlerweile gerettet worden.

Erst im Juli war es in der nordtürkischen Provinz Samsun zu schweren Regenfällen gekommen, die ebenfalls mehrere Todesopfer forderten (unter den Opfern waren auch kleine Kinder – mehr hier). Schnell wurde hier die Schuldfrage der Regierung aufgeworfen. Im Fokus der Kritik stand vor allem ein Wohnkomplex, der nach Ansicht einiger Fachleute viel zu nah am Flussufer errichtet worden sei.

Während die Menschen in Kırklareli mit den Fluten kämpfen, gedenkt man in Van heute der Erdbebenkatastrophe vor einem Jahr, bei der nahezu 600 Menschen ihr Leben verloren (der Wiederaufbau geht zügig voran – mehr hier). Anwesend sind auch Premier Erdoğan und sechs weitere Minister.

Mehr zum Thema:

Ein Jahr danach: Im Erdbebengebiet Van ist wieder Leben
Schwere Regenfälle: Wieder ein Toter in Samsun!
Flutkatastrophe von Samsun: Welche Schuld trägt die Regierung?

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.