US-Wahlkampf: Kandidaten trüben Hoffnungen auf ein Eingreifen in Syrien

Der amerikanische Präsident Obama und sein Herausforderer Romney möchten keine militärische Intervention in Syrien. Damit lässt die USA nicht nur die syrische Opposition sondern auch den türkischen NATO-Partner im Stich.

In der dritten TV-Debatte wurde die amerikanische Außenpolitik beider Kandidaten thematisiert. Dabei heraus kam vor allem, dass es den Syrern relativ egal sein kann, wer nächster amerikanischer Präsident wird, auf eine militärische Intervention Amerikas brauchen sie bei beiden nicht zu setzen. „Wir wollen dort keine militärische Beteiligung. Wir wollen nicht in einen militärischen Konflikt verwickelt werden“, sagte Mitt Romney.

Der Herausforderer des amerikanischen Präsidenten räumte die Option ein, die syrische Opposition mit Waffen zu versorgen. Zuvor müssten die Empfänger aber überprüft werden. Barack Obama äußerte Befürchtungen, dass derartige Unterstützungen langfristig ein Sicherheitsrisiko darstellen. Damit bekennen sich beide Kandidaten zu den Befürchtungen der USA, militärische Unterstützung könnte islamistische Kräfte unterstützen (mehr hier).

Abgesehen von der syrischen Opposition, ist die Abfuhr beider Kontrahenten auch ein Schlag ins türkische Gesicht. Erhielt die türkische Regierung zu Beginn der Krise noch amerikanische Rückendeckung, sieht sich das Land jetzt im Stich gelassen. „Im Zusammenhang mit Syrien hat die Türkei weder in den Augen Obamas noch Romneys eine privilegierte Position“, erklärt Nüzhet Kandemir, ehemaliger türkischer Botschafter in Washington, der Tageszeitung Zaman.

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