Nach „Die Unschuld der Muslime“: Türkei arbeitet an Initiative gegen Angriffe auf den Glauben

Die Türkei hat die Außenminister von Brasilien und Schweden zur jährlichen Versammlung der türkischen Botschafter vom 2. bis 9. Januar 2013 in İzmir eingeladen. Dort sollen die Gespräche über eine gemeinsame UN-Initiative fortgesetzt werden, um künftig Angriffe gegen heilige Werte zu verhindern.

Bereits im Rahmen der 67. UN-Vollversammlung im vergangenen September in New York machte sich die Türkei für die Initiative unter dem Motto  “three soft powers from three continents” stark. Vorangegangen waren massive Ausschreitungen mit zahlreichen Toten in vielen muslimischen Ländern auf Grund des anti-islamischen Schmähfilms „Die Unschuld der Muslime“ sowie die Tötung des US-Botschafters in Libyen, Christopher Stevens samt drei seiner Mitarbeiter in Benghazi (auch in Ankara und in Istanbul gingen Menschen auf die Straße – mehr hier).

Arbeit an UN-Initiative bereits in New York begonnen

Im Rahmen von “three soft powers from three continents” soll, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, auch die Sicherheit von Diplomaten in ausländischen Missionen gesichert werden, indem mehr Vorsichtsmaßnahmen gegen terroristischen Bedrohungen mit denen sie vor Ort konfrontiert würden unternommen würden. Nun seien Außenminister Antonio de Aguiar Patriota aus Brasilien und Carl Bildt aus Schweden zur Januar-Sitzung eingeladen worden, um die gemeinsame Arbeit an dem Projekt fortzusetzen. Diplomaten der drei Länder hatten bereits in New York mit der Zusammenstellung der Dokumente für die Initiative begonnen. Es wird erwartet, dass diese den Vereinten Nationen 2013 vorgestellt wird.

Im Vorfeld der Zusammenkunft in New York hatte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan in Anbetracht der Ausschreitungen rund um den anti-islamischen Film „Die Unschuld der Muslime“ noch einmal eine grundsätzliche Position der Türkei herausgestellt. Während man hierzulande Antisemitismus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit brandmarke, würde nicht ein einziger westlicher Staat umgekehrt Islamfeindlichkeit als solches anerkennen. Das Ziel des Politikers: Das Erreichen einer weltweite Ächtung von Islamophobie (kurzfristig war er dann aber doch verhindert und reiste nicht persönlich in die USA – mehr hier). Angriffe auf die Religion und das, was den Menschen heilig ist, so fuhr er fort, sollten nach internationalen Regularien geahndet werden.

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