Die türkische Bevölkerung wächst: Je ärmer die Provinz, desto kinderreicher

Bis zum Jahr 2050 soll es fast 95 Millionen Türkinnen und Türken geben. Die meisten von ihnen, so die jüngsten Erkenntnisse, werden wahrscheinlich im wenig entwickelten Südosten Anatoliens zur Welt kommen. Denn dort werden derzeit mit einem Durchschnitt von 3,4 Babys pro Frau die mit Abstand meisten Kinder geboren.

Türkische Frauen im Südosten des Landes haben mehr Kinder als ihre Geschlechtsgenossinnen andernorts. Auf sie kamen im Jahr 2011 ganze 27.1 Prozent aller Geburten. Ganz anders die Lage in der westlichen Marmara-Region. Hier kamen nur 11.5 Prozent aller türkischen Kinder dieses Jahrgangs zur Welt. Das geht aus Zahlen des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) hervor.

Insgesamt, so fasst die türkische Hürriyet die Ergebnisse zusammen, seien 2011 1.23 Millionen Geburten verzeichnet worden. Ein leichter Rückgang im Vergleich zu 1.25 Millionen im Jahr zuvor. Kamen 2010 noch 17.2 Babies auf 1000 Personen, sank die Zahl im Folgejahr auf 16.7 ab. 51 Prozent der im Jahr 2011 geborenen Kinder waren Jungen. 49 Prozent der Babys Mädchen.

3,42 versus 1,55 Kinder: Die Verteilungsunterschiede sind riesig

Ganz ähnlich sieht es auch bei der Entwicklung der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau im fruchtbaren Alter zwischen 15 und 49 aus. Hier sank der Wert auf  2.02 von vormal  2.05 ab. Mit anderen Worten: Durchschnittlich haben Frauen in der Türkei im Augenblick also zwei Kinder. Ganz anders der Stand in Anatolien: Sie haben mit durchschnittlich 3,42 Babies mit Abstand die meisten Kinder landesweit. Zum Vergleich das andere Extrem: In der westlichen Marmara-Region sind es gerade einmal 1.55 Kinder pro Frau.

Durchschnittlich bekommen türkische Frauen im Alter von 27.3 Jahren Kinder. In Istanbul liegt das Alter mit 27.9 Jahren etwas höher, in Zentralanatolien mit 26.4 Jahren dafür etwas darunter. Insgesamt, so die Daten von TUİK, lag im Jahr 2011 das fruchtbarste Alter zwischen 25 und 29 Jahren – zumindest mit Blick auf Istanbul, der Marmara-Region, der Ägäis, Westanatolien, und den Gegenden am westlichen und östlichen Schwarzen Meer. Mit 20 bis 24 Jahren weit darunter lagen die Frauen im Mittelmeerraum und Zentralanatolien.

In Kırıkkale gab es den stärksten Rückgang seit 2001

Daneben hat die TUİK über einen Zeitraum von zehn Jahren die Entwicklung der Geburtenraten in den einzelnen Provinzen angesehen. Den größten Zuwachs gab es demanach in folgenden Regionen: Tekirdağ (41 Prozent), Kocaeli (20 Prozent), Antalya (19 Prozent), Gaziantep (18 Prozent), Istanbul (12 Prozent), und schließlich Bursa (zehn Prozent). Den stärksten Rückgang gab es hingegen dort: Kırıkkale (-44 Prozent), Kırşehir (-40 Prozent), Ardahan (-39 Prozent), Tokat (-39 Prozent), Çorum (-38 Prozent), Yozgat (-36 Prozent), Ordu (-34 Prozent), Giresun (-33 Prozent), Gümüşhane (-33 Prozent), Samsun (-32 Prozent), Amasya (-32 Prozent), Sinop (-32 Prozent), Bayburt (-32 Prozent), Rize (-29 Prozent), Artvin (-28 Prozent) und Erzurum (-27 Prozent).

Besonders geburtenstarke Monate 2011 waren: August, Januar, Juli, September und Oktober.

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