Syrien: Verschleppter Priester tot aufgefunden

Der vor einer Woche verschleppte griechisch-orthodoxe Priester Fadi Jamil Haddad wurde tot aufgefunden. Seine Entführer hatten ihn offenbar gefoltert und anschließend getötet, nachdem sie kein Lösegeld erhalten konnten. Auch die al-Qaida ruft derweil zu weiteren Entführung auf.

Der griechisch-orthodoxe Priester Fadi Jamil Haddad wurde am Donnerstag im Norden von Damaskus tot aufgefunden, berichtet der missionarische Nachrichtendienst Fides. Haddad, Betreuer der St. Elias Gemeinde in Qatana, wurde am 19. Oktober verschleppt. Es sei allerdings nicht bekannt, um welche Gruppe es sich bei den Tätern gehandelt habe. Syrische Rebellen und das Assad-Regime beschuldigen sich derzeit gegenseitig.

„Seine Leiche trug schreckliche Zeichen der Folter: man hatte ihn skalpiert und die Augen wurden im ausgerissen“, erklärte ein Mitglied Haddads Gemeinde. „Dies ist ein terroristisches Attentat und Pfarrer Haddad ist ein Märtyrer unserer Kirche“, so der Zeuge, der anonym bleiben möchte. Offenbar hatten die Entführer ein Lösegeld in Höhe von rund 550.000 Euro gefordert. Die Familie des Priesters sei allerdings nicht in der Lage gewesen, dieses zu zahlen.

Al-Qaida ruft zur Entführung Westlicher auf

Indes fordert al-Qaida Chef Ayman al-Zawahari zur systematischen Entführung von Westlichen auf. In einer Videobotschaft lobte er die Entführung des 71-Jährigen Amerikaners Warren Weinstein in Pakistan im vergangenen Jahr, wie das US-Unternehmen SITE berichtet. Er forderte Muslime auf, Personen zu kidnappen, „die aus Ländern stammen, die gegen Muslime kämpfen“. SITE wertet in erster Linie islamistische Internetseiten aus.

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