1,2 Milliarden Dollar Hilfe für Bedürftige: Türkei gibt 2011 rund 32 Prozent mehr als im Vorjahr

Die Türkei hat im Jahr 2011 insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar an Unterstützung für Entwicklungs- und Schwellenländer ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Mehraufwand von 31,6 Prozent.

Die Türkei konnte für das Jahr 2011 den höchsten Anstieg an Ausgaben für staatliche Entwicklungshilfe innerhalb der OECD-Staaten verzeichnen. In den vergangenen fünf Jahren kam so die Gesamtsumme von 4,3 Milliarden US-Dollar zusammen. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Fast die Hälfte, nämlich 46.6 Prozent, der staatlichen Hilfen seien im vergangenen Jahr nach Zentral- und Südasien geflossen. 23.9 Prozent des Geldes kamen dem Nahen Osten zugute, 22 Prozent gingen nach Afrika (Ende 2011 wurde das Engagement auch für 2012 zugesagt – mehr hier) und ein mit  6.3 Prozent relativ geringer Anteil schließlich auf den Balkan.

Am meisten von türkischen Hilfsgeldern profitiert haben laut dem Medium Pakistan, Syrien, Afghanistan, Somalia, Kirgistan, Libyen, Kasachstan, Irak, Aserbaidschan und Palästina. Sie stellen die Top Ten der Länder, die 2011 am intensivsten von der Türkei bedacht wurden.

Türkei tut sich mit Hilfe in Somalia und Myanmar hervor

Zuletzt tat sich die Türkei in diesem Jahr mit ihrem Einsatz für die muslimische Minderheit Myanmar hervor. Das Massaker an Rohingya-Muslimen, das auch von der westlichen Presse aufgegriffen wurde, rief zahlreiche türkische Hilfsorganisationen sowie die Regierung selbst auf den Plan. Unter anderem startete das Büro des Premierministers während des Fastenmonats Ramadan eine Spendenaktion für die unzählingen Flüchtlinge, die ihre Heimat auf Grund der anhaltenden Gewalt verlassen hatten und nun unter desolaten Bedingungen ausharren müssen (die Koordination übernahm die türkische Katastrophenschutzbehörde (AFAD) – mehr hier).

Bereits im Februar dieses Jahres wies der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu am Rande der Somalia-Konferenz in London darauf hin,  dass die dort teilnehmenden Staaten die Türkei für ihren „konstruktiven Beitrag zum Wiederaufbau des Landes“ gelobt hätten. Alles, was die Türkei versprochen hätte, sei auch umgesetzt worden – und das mit Respekt vor der gebeutelten ostafrikanischen Nation (Gegenüber den anwesenden Journalisten stellte Davutoğlu heraus, dass die Hilfe der Türkei für Somalia keineswegs strategische Gründe habe, sondern diese aus humanitärer Verantwortung heraus geleistet werde – mehr hier).

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