Türkische Banken bieten vermehrt Goldeinlagen für Privatkunden

Türkische Banken versuchen das Goldvermögen der türkischen Bevölkerung in ihren Finanzfluss zu bringen. Sie stellen den Anlegern Kredite in Höhe des Goldwertes in Aussicht. Soi versuchen die türkischen Banken, das türkische Leistungsbilanzdefizit auszugleichen. Der Goldimport soll dadurch minimiert werden.

Goldgeschenke, Schmuck und Münzen, über Jahre angesammelt bei Hochzeiten, Geburten und Beschneidungen, verstaubt in türkischen Haushalten. Vor zehn Jahren, als die Inflationsrate bei 70 Prozent lag, war es üblich Gold zu verschenken. Staatliche Schätzungen gehen davon aus, dass Gold im Wert von 302 Milliarden US-Dollar oder 5.512 Tonnen nach Schätzungen des World Gold Councils, noch in privaten Haushalten schlummert. Der Wert läge über dem Bruttoinlandsprodukt von Irland. Diese Pläne werden von türkischen Banken seit Monaten verfolgt. Nahezu jedeBank bietet ihren Kunden Gold als Einlage an. Über den Erfolg wurden noch keine konkreten Zahlen veröffentlicht.

Diese versteckten Schätze versuchen jetzt unter anderem die Isbank und die Turkiye Garantie Bankasi in der Türkei zu heben, berichtet Bloomberg. Sie bieten Kunden Kredite, die mit dem Schmuck und den Münzen gedeckt wären. Von dieser Kampagne erhoffen sich die Banken, das Leistungsbilanzdefizit der Türkei zu schwächen, das gegenwärtig bei 59 Milliarden US-Dollar liegt (mehr hier). „Wir müssen das Gold bekommen, das außerhalb des Finanzsystems kursiert. Dies ist ein wichtiger Schritt um unser Leistungsbilanzdefizit zu bekämpfen“, sagt Erdal Aral, CEO der Isbank, die Türkei müsse seinen Goldimport und –kauf im Ausland reduzieren.

Die UniCredit- Tochter Yapi Kredi Bankasi hat bereits 51 Prozent ihres Vermögens in Edelmetalle investiert. Auch die Turkiye Is Bankasi AS, kontenreichste Bank der Türkei, hat innerhalb der letzten zehn Jahre ihren Goldvorrat verzehnfacht. Die Türkei konnte bisher seinen Goldimport um 4,8 Prozent im August eindämmen. Gleichzeitig steigen die Goldexporte in den Iran und die vereinigten Arabischen Emirate, die auf 9,2 Milliarden US-Dollar von 645 Millionen US-Dollar gesprungen sind. Das wird sehr begrüßt: „Gold-Exporte in den Iran helfen der Türkei, ihr Defizit schneller auszugleichen“, sagt Ozgur Altug, Chefökonom, in der Istanbul-stämmigen Anlageagentur BGC Partners (mehr hier).

Die Türkei selber ist nicht in der Lage, genug Gold zu produzieren. So lag die Produktion dieses Jahres bis August bei 25 metrischen Tonnen. Der Goldimport betrug dagegen laut Istanbul Gold Exchange 109 Tonnen bis Ende September.

Angenehmer Nebeneffekt der Kampagne ist der Anstieg der Sparrate, die in der Türkei mit 12,7 zu den niedrigsten Sparquoten der Schwellenländer zählt – verglichen mit Chinas 53 Prozent(mehr hier).

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.