Bildung: Knapp die Hälfte der Deutsch-Türken ohne Ausbildung

Die zweite und dritte Generation hat im Gegensatz zur ersten Generation der türkischstämmigen Einwanderer in Deutschland stark aufgeholt. Doch nach wie vor bestehen im Bereich der Bildung große Lücken. Genau wie in deutschen Familien haben es auch deutsch-türkische Kinder bildungsferner Eltern schwer in der Schule.

„Mehr als die Hälfte erwirbt einen höheren Bildungsabschluss als die Elterngeneration“, erklärte der Leiter des Zentrums für Türkeistudien, Haci Halil Uslucan am Mittwoch in Düsseldorf zur aktuellen Studie über die Lage der Türkischstämmigen in Deutschland. Ein Drittel der Befragten zeigt das selbe Bildungsniveau wie die Eltern. Es bleibt allerdings, genau wie in deutsch-deutschen Familien, ein maßgeblicher Zusammenhang zwischen dem Bildungsnevau der Eltern und dem der Kinder. Bildungsaufstieg gestaltet sich deshalb nur langsam.

Insgesamt zeigt die aktuelle Studie, dass die Integration mit den jüngeren Generationen steigt. 99 Prozent der dritten Generation gaben an, sehr gute oder gute Deutschkenntnisse zu besitzen, während das in der ersten Generation nur 44 Prozent von sich behaupteten. Eine Außnahme stellen die Heiratsmigranten dar. Da sie meist mit nur geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland kommen, können nur 30,6 Prozent sehr gut oder gut Deutsch sprechen.

Viel Aufholbedarf gibt es auch im Bereich der Erwachsenenbildung. Knapp die Hälfte der türkischstämmigen Erwachsenen kann keine berufliche Aubildung aufweisen. Zum Vergleich: Bei deutschen Erwachsenen sind das nur 10 Prozent.

Das Zentrum für Türkeistudien führt die Mehrthemenbefragen jährlich im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales von Nordrhein-Westfalen durch. Dazu werden rund 1.000 erwachsene Türkischstämmige zu verschiedensten Themen um ihre Meinung gebeten.

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