Angst vor Großkurdistan: Türkei gegen kurdische Autonomie in Syrien

Kurdische Rebellen in Syrien sympathisieren mit PKK-Führer Öcalan. Das schürt Ängste in der Türkei. Deshalb wird sie kein kurdisches Autonomiegebiet in Syrien akzeptieren. Das machte Premier Erdogan am Mittwoch deutlich.

„Wir werden nicht zulassen, dass sich ein derartiges Szenario hier abspielt“, sagte Recep Tayyip Erdogan mit Anspielung auf die Möglichkeit einer kurdischen Autonomie in Syrien. Das habe er auch dem Präsidenten des Autonomiegebiets im Nordirak, Massud Barzani, gesagt. Das erkärte Erdogan auf dem Rückflug von Berlin nach Ankara am Mittwoch anwesenden Journalisten, wie die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ berichtet. Im Fall eines kurdischen Autonomiegebiets werde die Haltung der Türkei anders sein als dem Irak gegenüber, fügte Erdogan hinzu.

Die Türkei befürchtet, dass sich kurdische Gruppen in Syrien mit der PKK vereinigen und Wünsche nach einem Großkurdistan in der Region offen austragen könnten. Die Folge wäre ein Krieg mit der Türkei, der vor allem den Süden des Landes bedrohen würde.

Indes besteht zwischen der „Demokratischen Unionspartei“ (PYD), die den Kampf im Norden Syriens anführt, tatsächlich eine enge Verbindung zur PKK. Die Partei strebt eine vollkommene kurdische Autonomie in Syrien an und betrachtet PKK-Chef Abdullah Öcalan als ihren Anführer.

Hinzu kommt, dass es im Nordirak bereits ein kurdisches Autonomiegebiet mit Präsident Barzani gibt, das syrische Kurden unterstützt. So hat Barzani im Sommer eine syrisch-kurdische Armee nach Nordsyrien geschickt und damit die Ängste der Türkei vor einem Großkurdistan geschürt.

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