Naher Osten: Immer weniger sehen Türkei als Vorbild

Die Null-Probleme-Politik der türkischen Regierung hatte sich enorm positiv auf das Ansehen des Landes in der Region ausgewirkt. Doch seit sich diese Politik zu einem Spannungsverhältnis mit vielen Nachbarländern entwickelt hat, sinkt auch die Beliebtheit der Türkei wieder.

Eine aktuelle Umfrage der Türkischen Stiftung für Wirtschaftliche und Soziale Studien (TESEV) und der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt, dass 69 Prozent der Teilnehmer positiv über die Türkei denken. Im Vorjahr betrug diese Zahl allerdings noch 78 Prozent.

2011 gaben 70 Prozent der Befragten an, dass der Einfluss der Türkei in der Region steige, 2012 sagen das noch 61 Prozent. Während die Türkei im vergangenen Jahr von 61 Prozent als Modell für das eigene Land gesehen wurde, ist das Land jetzt nur noch für 53 Prozent ein Vorbild. Auch die Zahl derjenigen, die der Ansicht sind, die Türkei sei ein gutes Beispiel für ein islamisches und demokratisches Land ist von 67 Prozent auf 58 Prozent gefallen (siehe Grafik).

„Die meisten der Teilnehmer betrachten die Türkei als die stärkste politische Kraft in der Region, Saudi-Arabien als die stärkste Wirtschaftsmacht und den Iran als die stärkste militärische Macht“, erklärte der TESEV-Specher Mensur Akgün bei der Vorstellung der Ergebnisse in Istanbul. Nach wie vor ist die Türkei angesehen, doch das wichtigste Ergebnis der Studie ist der starke Wandel. Während 2011 56 Prozent der Befragten angaben, die Türkei habe einen positiven Einfluss auf den Arabischen Frühling, denken das nun nur noch 42 Prozent.

Insgesamt denken 66 Prozent der Teilnehmer, dass die Türkei einen positiven Beitrag zum Frieden im Nahen Osten geleistet hat und die Türkei eine größere Rolle in der Region spielen sollte. Ganz anders in Syrien. Hier glauben das nur 39 Prozent.

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