Krise in Syrien: Russland unterstützt türkische Forderung nach regionalem Dialog

Gibt Russland seine sture pro-Assad-Haltung langsam auf? Das Land unterstützt derzeit einen türkischen Vorschlag für regionale Verhandlungen über die Krise in Syrien. Angeblich sei man sogar bereit, künftig an solchen Treffen teilzunehmen.

Wie der stellvertretende russische Außenminister Mikhail Bugdanov mitteilte, unterstütze Moskau jede Art von Dialog, um eine Lösung für die syrischen Probleme herbeizuführen und die für alle Parteien des Landes akzeptabel seien. Das berichtet derzeit die türkische Zeitung Zaman. Putins Sonderbeauftragter für Syrien trat am vergangenen Sonntag in Kairo vor die Presse, wohin er Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen mit UN-Sondergesandtem Lakhdar Brahimi und dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Araby, begleitet hatte.

Türkei schlägt Drei-Wege-Gespräche vor

Der türkische Vorschlag fordert Gespräche zwischen den regionalen Akteuren, einschließlich Russland, Iran, Saudi-Arabien und Ägypten, um eine Lösung der seit März 2011 anhaltenden Syrien-Krise zu finden. Bekannt wurde der Plan nach deb überraschenden Gesprächen des türkischen Premiers Erdoğan mit dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad im aserbaidschanischen Baku. Der vorgeschlagene Dialog sollte dabei über drei Wege laufen. Einmal über die Achse Türkei, Ägypten und Iran. Daneben über Türkei, Russland und Iran sowie über die Türkei, Saudi-Arabien und Ägypten. Die sich daraus ergebenden Vorschläge, so Erdoğan könnten dann als Grundlage für weiterführende Kompromisse dienen (Putin wird am 3. Dezember in der Türkei erwartet – mehr hier).

Lawrow trifft mit Riad Hidschab zusammen

Ähnliches hatte auch Ägypten vorschlagen. Der Dialog sollte hierbei innerhalb der vier Staaten Türkei, Iran, Saudi-Arabien und eben Ägypten stattfinden. Dieser Ansatz scheiterte jedoch, da sich Saudi-Arabien, offenbar auf Grund von Meinungsverschiedenheiten mit dem Iran, weigerte, an solchen Vierer-Gesprächen teilzunehmen. Am Montag äußerte sich nun auch Lawrow zum Thema und sagte der ägyptischen Initiative seine Unterstützung zu, in deren Folge sich auch der türkische Vorschlag ergeben hatte. Unterdessen soll sich Lawrow auch mit einem ranghohen syrischen Oppositionellen getroffen haben. Von dem übergelaufenen ehemaligen Ministerpräsidenten Riad Hidschab habe er erfahren wollen, wie sich Assads Gegner den Weg aus dem Bürgerkrieg vorstellten (die Zwangslandung eines syrischen Airbus hatte die türkisch-russischen Beziehungen nicht beschädigt – mehr hier).

An diesem Dienstag findet eine nicht-öffentliche Sicherheitsratssitzung zu Syrien statt.

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